von Thomas Rünker

ZdK-Präsident Sternberg wirbt bei Akademikern um Engagement

Ranghöchster Vertreter der katholischen Laien sprach auf dem Albertus-Magnus-Tag der katholischen Akademikerverbände in Essen.

Prof. Thomas Sternberg, Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, hat die katholischen Akademiker im Ruhrgebiet zu Engagement, Eigeninitiative und der Übernahme von Verantwortung in der Kirche aufgerufen. „Warten Sie nicht, bis etwas genehmigt wird, sondern machen Sie es, so lange es nicht verboten ist!“, rief er den zahlreichen Zuhörern zu, die am Dienstagabend zum Albertus-Magnus-Tag der Akademiker-Verbände in das Essener Hotel Franz gekommen waren. „Nicht warten, einfach machen!“ betonte Sternberg etwa mit Blick auf Aktivitäten in den Kirchengemeinden vor Ort. Viele Katholiken seien noch „zu hierarchiefixiert“, so Sternbergs Eindruck. Stattdessen sei seiner Ansicht nach heute in vielen Bereichen der Kirche auch eine „Letztverantwortlichkeit der Laien“ gefragt. Die Gläubigen sollten „die Kirche von unten entwickeln“, sagte Sternberg. Es sei „der einzige Weg, unsere katholischen Gemeinden und letztlich die ganze Kirche erhalten zu können, dass es überall Menschen gibt, die das tun, was zu tun ist“. Unter anderem verwies Sternberg auf die derzeit in vielen Pfarreien des Ruhrbistums laufenden Prozesse zur Weiterentwicklung der Pfarrgemeinden. In diese Pfarreientwicklungsprozesse können sich die Gläubigen mit ihren Vorstellungen intensiv einbringen.

"Katastrophensituation“ wegen Priestermangel

Trotz allen ehrenamtlichen Engagements in der Kirche sieht Sternberg eine eindeutige Grenze mit Blick auf die priesterlichen Dienste. „Ich bin weit davon entfernt, zu denken, wir könnten eine Kirche ohne Priester bauen“, sagte der CDU-Politiker und NRW-Landtagsabgeordnete. Angesichts des Priestermangels in Deutschland fand Sternberg deutlich warnende Worte: „Wir kommen in eine Katastrophensituation!“. Die Heilige Messe, für deren Feier in der katholischen Kirche zwingend ein Priester erforderlich ist, sei „die Mitte des Christseins“. Deshalb sei es „erste Aufgabe der Bischöfe“, für ausreichend Priester zu sorgen. Sternberg betonte, dass für ihn die regelmäßige Möglichkeit der Katholiken, Messe zu feiern, wichtiger ist als die derzeit vergleichsweise engen Zugangsbedingungen für das Priesteramt. Deshalb könne er sich auch vorstellen, besonders geeignete verheiratete Männer, sogenannte Viri Probati, zu Priestern zu weihen, um die Auswirkungen des Priestermangels zu dämpfen.

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