von Cordula Spangenberg

„Wohlstand ist kein Geburtsrecht“

Am Caritassonntag fordert der Essener Generalvikar Klaus Pfeffer eine Mitverantwortung Deutschlands für die Herkunftsländer der Flüchtlinge

Einem „Geburtsrecht“ auf Sicherheit, Wohlstand und Glück hat der Essener Generalvikar Klaus Pfeffer eine Absage erteilt. Beim deutschlandweit begangenen Caritas-Sonntag am 17. September unter dem Jahresthema „Zusammen sind wir Heimat“ sagte Pfeffer im Essener Dom, Jahrzehnte ohne Krieg, größere Naturkatastrophen oder existenz-bedrohende Wirtschaftskrisen hätten bei manchen Zeitgenossen eine „merkwürdige Mentalität“ hervorgebracht: „Sie glauben, einen Anspruch auf eine ‚Insel der Seligen‘ zu haben und erwarten von der Politik, diesen Anspruch sicherzustellen.“ Frieden und Wohlstand verlangten hingegen eigene Anstrengung, gemeinsames Ringen und Solidarität mit anderen.

Die weltweit 65 Millionen Menschen auf der Flucht zeigten, dass Heimat auf dieser Erde niemals sicher sein könne. Die Deutschen und die Europäer dürften sich nicht von einer Mitverantwortung für die Welt lossprechen „und erst recht nicht von unserer Mitverantwortung für jene Länder, die in Armut, Gewalt und Perspektivlosigkeit versinken“, sagte Pfeffer im vollbesetzten Essener Dom, in dem zugleich das 120-jährige Bestehen des Essener Orts-Caritasverbandes gefeiert wurde.

Sabine Depew, neue Diözesan-Caritasdirektorin in Essen, bekräftigte die Worte des Generalvikars: „Als Caritas im Ruhrbistum stellen wir uns dem Anspruch, zugewanderten Menschen Wege zu ebnen, um im Ruhrgebiet Fuß zu fassen und hier eine neue Heimat finden zu können.“

Lara Lindemann und Hanna Neuhaus erklärten Generalvikar Klaus Pfeffer beim Caritas-Sonntag am 17. September, wie die Caritas Heimat für Menschen schafft. Beide jungen Frauen sind über ein Freiwilliges Soziales Jahr zur Caritas Essen gekommen. Lara Lindemann arbeitet inzwischen im Bereich der Seniorenpflege der Contilia Pflege und Betreuung GmbH und berichtete im Gottesdienst darüber, was zu tun ist, damit alte Menschen im Pflegeheim Heimat und Geborgenheit finden. Hanna Neuhaus erzählte von ihren Erfahrungen in der Flüchtlingsberatung im Caritasverband für die Stadt Essen; nur wenn Flüchtlinge innere Ruhe und Sicherheit fänden, hätten sie die Möglichkeit, bei uns heimisch zu werden, sagte Neuhaus.

So kann aus freiwilligem Engagement eine Berufung werden, dank FSJ und Bundesfreiwilligendienst.
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