von Thomas Rünker

„Wir bleiben vor Ort!“

Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck schlägt in seiner Neujahrspredigt einen Bogen von der Bistumsgründung vor 60 Jahren in die Gegenwart.

Die Gründung des Bistums Essen am 1. Januar vor 60 Jahren hat Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck in den Mittelpunkt seiner Predigt im Neujahrsgottesdienst im Essener Dom gestellt. „Heute vor 60 Jahren wurde unser Bistum aus der Taufe gehoben und ging, wie es Bischof Dr. Franz Hengsbach formulierte, ,vor Ort‘!“ Overbeck hob hervor: „In den heutigen bewegenden Zeiten bleiben wir ,vor Ort‘, lassen uns nicht auseinandertreiben, weil wir den Mut und die Zuversicht nicht verlieren, dass Gott uns auch auf unsicheren schwierigen Wegen führt.“

Der Bischof erinnerte an die Aufbruchszeit, in der das Ruhrbistum 1958 gegründet wurde: „Nach den Schrecknissen der Nazidiktatur, des Zweiten Weltkrieges, der Flucht und Vertreibung vieler, nach dem Wiederaufbau und dem Neuanfang, zeigten sich erste Früchte neuer Vitalität“. Dabei sei das Leben in den Pfarreien und Gemeinden an Rhein, Ruhr und Lenne „von Beginn an von einem wachen Gespür für die Beziehungen zwischen Kirche und Arbeitswelt bestimmt gewesen“, so Overbeck. „Kohle und Stahl bestimmten dabei die ersten Lebensjahrzehnte unseres Bistums wesentlich.“ Zumindest mit Blick auf die Kohle geht diese Ära für das Ruhrgebiet und das Ruhrbistum in diesem Jahr mit dem Ende der Steinkohlenförderung in Bottrop zu Ende.

Auch das Leben der Kirche sei in den ersten Jahren des Bistums Essen von Aufbruchsstimmung geprägt gewesen. Overbeck verwies auf das II. Vatikanische Konzil (1962-1965) mit seiner Forderung, die Kirche solle sich Freude und Hoffnung, aber auch Trauer und Angst der Menschen zu Eigen machen. „Infolgedessen ist unser Bistum nicht zu verstehen ohne die Solidarität mit den Menschen, mit denen wir leben.“

60 Jahre nach seiner Gründung stehe das Ruhrbistum indes „vor gewaltigen Herausforderungen“ konstatierte Overbeck: „Die Aufbruchsstimmung der Anfangsjahre ist vorbei. Die Verunsicherung in Pfarreien und Gemeinden, Verbänden und Organisationen ist groß, weil vieles nicht mehr aufrechtzuerhalten ist, was in den Jahren des Anfangs entstanden ist und wachsen konnte.“ Der Bischof verwies auf das Zukunftsbild des Bistums, auf den Pfarreientwicklungsprozess und andere Dialog-Initiativen, mit denen das Bistum diesen Herausforderungen begegne. Overbeck betonte, in Zukunft werde die Kirche im Bistum Essen nur so lebendig sein, „wie wir nicht neben- oder gar gegeneinander arbeiten, sondern zusammenrücken und gemeinsam Kirche sind.“

Die Predigt von Bischof Overbeck:

Hier geht es zu einem ausführlichen Bericht zur Bistumsgründung vor 60 Jahren.

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