„Weihnachten ruft zur Kultur des vertrauensvollen Wortes“

Die aktuelle Vertrauenskrise in der deutschen Gesellschaft kann für Bischof Overbeck nur durch seriöse Kommunikation auf einem neuen Niveau überwunden werden. Christen könnten hier einen Beitrag leisten, betonte er in seiner Weihnachtspredigt: Jesus Christus selbst sei „das erlösende Wort“.

„Kommunikation braucht ein neues Niveau“

In seiner Weihnachtspredigt hat Ruhrbischof Dr. Franz-Josef Overbeck von einer Vertrauenskrise in der Gesellschaft gesprochen, die vor allem im Bereich der Kommunikation deutlich werde. „Kommunikation braucht ein neues Niveau“, betonte er angesichts einer „Verrohung der Sprache“, oder des „gefährlich benutzten Wortes der ,Lügenpresse‘“ in der Christmette an Heiligabend, Samstag, 24. Dezember, im Essener Dom. Dabei treffe die Vertrauenskrise nicht allein die Medien, „sondern auch die Politik, die Parteien, die Gewerkschaften, uns, die Kirchen, aber auch den Sport und viele andere Institutionen der Gesellschaft und des Staates“. Es gehöre zum Lebensgefühl vieler Menschen, „zu glauben, sich auf nichts und niemanden mehr verlassen zu können“. Nur gemeinsam könnten „alle, die am gesellschaftlichen Leben teilnehmen und Verantwortung tragen, diese Krise überwinden und zu neuen Wegen finden“, betonte der Bischof. Letztlich werde dabei nur Seriosität „den Sieg über alle Formen von Stammtischparolen sichern“.

„Die Sprachkultur ist unverlässlicher geworden“

„Die Sprachkultur ist in unserem Land schwieriger, unverlässlicher geworden und der Wind, der darin weht, schärfer“, sagte Overbeck. Er stellte in seiner Predigt die heilsame Wirkung eines erlösenden Wortes, der eines „scharfen, harten, herabsetzenden und entwürdigenden Wortes“ entgegen – „das Gegenteil von gelungener Kommunikation“, wie der Bischof betonte. Hier rufe Weihnachten „zu einer Kultur des vertrauensvollen Wortes, gegen jede Angst und alle Populismen, gerade um in unserer offenen Gesellschaft bestehen zu können und mitzuhelfen, die Vertrauenskrise unserer Zeit zu überwinden“.

„Jesus Christus ist das Wort der Erlösung“

Overbeck verwies auf „das geniale Wort“, mit dem in der Bibel der Evangelist Johannes die Geburt Jesu umschreibt: „Und das Wort ist Fleisch geworden.“ Overbeck: „Weil Gott bei uns Menschen sein will, spricht er jene Sprache, die uns Menschen eingängig und einfach verständlich ist.“

Wenn es um die Überwindung der Vertrauenskrise in der Gesellschaft gehe, könnten die Christen nach Ansicht Overbecks einen wichtigen Beitrag leisten, weil sie „die Kultur des Wortes“ stärkten. Denn Jesus Christus sei für sie „das Wort der Erlösung, das aufbaut und stärkt, das nicht von Misstrauen bewegt, sondern von Vertrauen bestimmt ist“. (tr)

Die Weihnachtspredigt von Bischof Overbeck im Wortlaut:

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