Weihbischof Zimmermann: „Notre Dame ist mehr als ein Touristenmagnet“

Viele Menschen identifizierten sich mit dem Gebäude, „weil es auf eine anderer Wirklichkeit hinweist“, sagte der Essener Weihbischof in seiner Predigt am Ostersonntag im Essener Dom.

In seiner Osterpredigt hat Weihbischof Wilhelm Zimmermann am Ostersonntag im Essener Dom den Blick der Gläubigen auf „die christliche Dimension“ der Brandkatastrophe in der Pariser Kathedrale Notre Dame gelenkt. Zimmermann verwies auf Bilder von betenden Menschen, die mit Tränen in den Augen die Löscharbeiten verfolgten, und auf das goldene Kreuz der Kathedrale, das nach dem Brand über einem Berg verkohlter Balken strahlend leuchtete. Für viele Menschen sei die Kathedrale „mehr als ein gotisches Bauwerk und mehr als ein Touristenmagnet“ gewesen, sagte der Weihbischof. Menschen identifizierten sich mit dem Gebäude, „weil es auf eine anderer Wirklichkeit hinweist, monumental, unübersehbar“. Ein Effekt, den Zimmermann auch von weniger bedeutsamen Kirchen kennt: „Wir spüren das auch, wenn wir Kirchen aufgeben. Das bewegt Menschen in ihrem Innern.“ Dabei gehe es „um Halt, Heimat oder Identität“ – und das sei auch an Ostern wichtig, sagte der Weihbischof: „Am Osterfest feiern wir auch, dass der Glaube an die Auferstehung zur christlichen Identität gehört.“

„Hoffnung auf ein Leben in einer anderen Wirklichkeit“

„Österlich leben“, betonte Zimmermann, „das heißt inmitten vielfältiger Sorgen und Verlustängsten, inmitten materieller Überzogenheit der Gesellschaft den Horizont offen zu halten, zu dem wir unterwegs sind“. So wie in einer gotischen Kathedrale, die einerseits Erdverbundenheit symbolisiert – und anderseits durch die Transparenz der Gotik einen Blick in den Himmel ermöglicht. „Der Glaube an den auferstandenen Christus hält uns in der Realität dieser Welt, eröffnet aber zugleich die Hoffnung auf ein Leben in einer anderen Wirklichkeit“, so Zimmermann.

Predigt von Weihbischof Wilhelm Zimmermann

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