von Thomas Rünker

Von Tansania für die Kirche in Deutschland lernen

Internationale Reisegruppe mit vier Mitarbeitern des Bistums Essen ist aus Ostafrika zurückgekehrt.

Von einer eindrucksvollen Reise nach Tansania sind jetzt vier Mitarbeiter des Ruhrbistums zurückgekehrt. Mit dabei waren neben dem Essener Referent des Hilfswerks Missio, Meinrad Rupieper, und der Referentin für Interkulturelle Jugendpastoral, Anja Mohr, auch die Gemeindereferentin Elfriede Kuhmann aus der Oberhausener Pfarrei St. Pankratius und die Pastoralreferentin Marion Rehäußer aus der Bottroper Pfarrei St. Joseph. Insgesamt zehn Tage lang war die Gruppe zusammen mit Kollegen aus dem Bistum Erfurt und dem Essener Partnerbistum Hongkong auf Sansibar und auf dem tansanischen Festland unterwegs, um die Strukturen der Kirche in dem ostafrikanischen Land mit denen in Deutschland und Asien zu vergleichen.

Auf Sansibar etwa – 20.000 Katholiken bei 1,2 Millionen Einwohnern – ähnelt die Situation zumindest rein statistisch einigen Regionen Ostdeutschlands. „Das hat unsere afrikanischen Partner sehr erstaunt“, berichtet Rupieper. Die konkreten Situationen vor Ort seien dann aber doch unterschiedlich gewesen. „Während wir unsere Projekten einer missionarischen Seelsorge vorgestellt haben, haben uns die Kollegen auf Sansibar vom schwierigen Miteinander im muslimisch geprägten Umfeld der Insel berichtet“, so Rupieper. Die Katholiken auf Sanisbar berichteten von „Alltagsdiskriminierung“ bei der Suche nach Arbeitsplätzen, von „psychologischem Krieg“ und Benachteiligungen, so dass sich nicht jeder Jugendliche als Christ outen möge. „Dennoch haben wir eine junge und dynamische Kirche erfahren“, sagt Rupieper. So sähen die Gemeinden Jugendliche als „Sponsoren“ ihrer Projekte, indem sie sie in Planung, Realisierung und Finanzierung mit einbeziehen. „Die Jugendlichen dort werden sehr umfassend befragt, wie die Kirche aussieht, in der sich junge Menschen wohlfühlen und was sie womöglich abhält, zur Kirche zu gehen“, hat Rupieper auf Sansibar erfahren. Bei einem anschließenden Gespräch mit Bischof Augustine Shao bezeichnet dieses Sansibar als „Tor für das Christentum“, weil die Christianisierung Afrikas von Sansibar ausgegangen sei. Dies sei in Harmonie mit dem Islam geschehen, so Shao. An diese Harmonie möchte er wieder anknüpfen.

Auf dem tansanischen Festland hat die Gruppe zudem Schwester Leah getroffen. Seit mehr als zehn Jahren setzt sich die Oblatenschwester in der Region um die Großstadt Arusha für eine Verbesserung der Lebensbedingungen in entlegenen Massai-Dörfern ein. 2015 gestaltete Missio mit ihrem Porträt das Titelbild der Kampagne zum Weltmissionssonntag. „Die beiden Pfarrer der jungen Gemeinde haben uns von Schwester Leahs Arbeit mit den Massaifrauen erzählt – und von den vielen kleinen christlichen Gemeinschaften in der Umgebung“, so Rupieper. „Diese Gemeinschaften stärken einander zuerst in Gesundheit, Bildung und schließlich auch im Glauben.“ Gemeinsam mit Schwester Leah hat die internationale Reisegruppe anschließend eine Familie in einer solchen Gemeinschaft besucht und gemeinsam in der Bibel gelesen. „Im Freien, zwischen Hühnern und Hunden wurden wir erwartet und haben erlebt, wie wenig es braucht, um sich um das Wort Gottes zu versammeln und das Leben und die eigenen Anliegen miteinander zu teilen und einander zu tragen“, beschreibt Rupieper dieses intensive Erlebnis.

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