von Cordula Spangenberg

Vernetzung im Stadtteil verbessert die Lebensqualität

In Mülheim startet eine neue ökumenische Initiative zur Quartiersentwicklung. Katholische Gemeinde Christ-König und evangelische Markuskirchengemeinde unterzeichnen eine „Absichtserklärung zur gemeinsamen Entwicklung eines Quartiersansatzes“.

Mehr Verantwortung für das Leben in den Mülheimer Stadtteilen Winkhausen und Dümpten wollen die katholische Gemeinde Christ-König und die evangelische Markuskirchengemeinde übernehmen: Am Donnerstagabend unterzeichneten die Verantwortlichen eine Absichtserklärung zur gemeinsamen Entwicklung eines Quartiersansatzes“. Die Gemeinden planen, die Bürger im Quartier zu befragen, welche Wünsche sie an das Leben im Stadtteil haben, und dann Ehrenamtliche für deren Erfüllung zu finden.

Den Anstoß zu dieser Initiative gab der evangelische Pfarrer der Markusgemeinde Hans-Joachim Norden nach einer Begegnung mit dem Quartiersentwickler Kai Zander, der im Auftrag der evangelischen Kirche im oberbergischen Lindlar ein Projekt zum Quartiersmanagement erfolgreich auf die Beine gestellt hatte. Ähnliches wünscht Pfarrer Norden sich auch für seine Stadt: „Ich möchte, dass von unseren beiden Kirchengemeinden Initiativen ausgehen, die einerseits spirituelles Leben ermöglichen und andererseits die Lebensqualität in Mülheim verbessern.“

Quartiersentwickler Kai Zander stellte den rund 80 Zuhörern Ideen für eine Vernetzung im Stadtteil vor. (Fotos: Oliver Müller | Bistum Essen)

Die Mülheimer Initiative weist in die gleiche Richtung wie der Zukunftsbildprozess im Bistum Essen, dessen Ziel es unter anderem ist, dass Christinnen und Christen auf soziale Herausforderungen reagieren und mit konkreten Ideen die Lebenssituation in der Nachbarschaft verbessern. Auch zum Auftakt des Reformationsgedenkens 2017 hatten Ruhrbischof Dr. Franz-Josef Overbeck und Präses Manfred Rekowski die Gemeinden dazu aufgerufen, sich über konfessionelle Grenzen hinweg bürgerschaftlich zu engagieren. Für ein solches Engagement haben Christ-König- und Markusgemeinde eine über viele Jahre gewachsene starke ökumenische Basis. Ihre Gebäude und Kirchen liegen zudem nah beieinander, und auch die Ganztagsbetreuung in der benachbarten Schule wird gemeinsam von Caritas und Diakonie betrieben. Gute Voraussetzungen also dafür, nun den gemeinsamen Radius der Kirchengemeinden über innerkirchliche Aufgaben hinaus zu erweitern.

Norden hat viele praktische Ideen gesammelt: Ein Fahrdienst für Senioren; jüngere Menschen als „Wanderpaten“ für Ältere, die nicht mehr gut zu Fuß sind; Babysitter für alleinerziehende Eltern; Renovierung eines in die Jahre gekommenen Spielplatzes. Aber auch größere Projekte sind denkbar wie die Gründung eines Betreuten Wohnens für ältere Menschen. Was genau die Mülheimer sich von ihren Gemeinden wünschen, soll mit der Methode eines „World Cafés“ in großen, kreativen, moderierten Gesprächsrunden herausgefunden werden.

„Zunächst werden wir nun Fördergelder beantragen, damit wir einen Quartiersentwickler anstellen können, der die Ideen der Leute umsetzt und sie dafür begeistert, ihre eigenen Begabungen in ein Ehrenamt einzubringen“, sagt Norden. Nach 30 Jahren als Pfarrer im Mülheimer Norden ist er optimistisch, dass die Menschen hier Freude am bürgerschaftlichen Engagement haben und sich vernetzen wollen: „Unsere Aufgabe ist es, sie anzustupsen.“ Norden selbst geht in vier Jahren in den Ruhestand. Sein Wunsch: „Dann soll die Sache ohne Pfarrer laufen können.“

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