von Jens Albers

Urlaub für die Seele - 50 Jahre Touristenseelsorge auf Texel

Wenn die Touristenseelsorge auf Texel ihr goldenes Jubiläum feiert, dann kommen gut 500 Menschen aus nah und fern auf die niederländische Insel um gemeinsam mit Bischof Overbeck einen Gottesdienst zu feiern und vielen bekannte Gesichter wiederzutreffen.

500 Besucher beim großen Jubiläumswochenden

Gottesdienst mit Bischof Overbeck

Touristenseelsorge ist Urlaub für die Seele

Es ist kurz nach halb acht abends auf der niederländischen Urlaubsinsel Texel. Die Sonne verabschiedet sich langsam vom Tag und zahlreiche Strandbesucher machen sich auf den Heimweg. Schon kurz hinter dem Dünenkamm durchbricht Gesang die abendliche Ruhe. Rund 80 Urlaubsgäste haben sich zum Feiern zusammengefunden. Im Schatten der alten Kirche im Badeort De Koog feiern sie ihren Glauben, denn die Touristenseelsorge Texel hat zum abendlichen Open-Air-Gottesdienst geladen.

Über Generation mit der Touristenseelsorge verbunden

Seit nunmehr 50 Jahren schlägt das Bistum Essen in den Sommerferien seine Zelte – mittlerweile einen Wohnwagen – in den Dünen des Badeortes auf. Für mehrere Generationen von Urlaubern gehört die Touristenseelsorge einfach zu ihrem Urlaub dazu. So auch für Familie Bünk aus Köln. Vor 26 Jahren war Christof Bünk (48) zum letzten Mal Teil des Seelsorgeteams am Wohnwagen. In diesem Jahr tritt sein Sohn Jonas (18) in seine Fußstapfen und begleitet für drei Wochen die Urlauber. Die Touristenseelsorge ist ein fester Bestandteil von Jonas Leben. „Mit neun Monaten war ich wohl zum ersten Mal am Wohnwagen und seitdem jedes Jahr“, so der angehende Abiturient. Als Jonas vor einiger Zeit auf sein Handy schaute und sah, dass Pastor Bernd Wolharn – der Organisator der Touristenseelsorge – versucht hatte, ihn zu erreichen, traute sich der junge Kölner vor Aufregung erst einmal nicht, zurückzurufen. Denn den Wunsch, einmal ein Teil des Texel-Teams zu werden, trug der junge Kölner schon lange mit sich. Nun hat er gemeinsam mit dem Oberhausener Christoph Kischkel sein Quartier im Wohnwagen bezogen und hat nicht nur am Jubiläumswochenende alle Hände voll zu tun. „Als Teamer erlebt man die Touristenseelsorge noch einmal viel intensiver. Doch bei aller Arbeit, eines bleibt: Die unbezahlbaren Begegnungen mit den Menschen am Wohnwagen und bei unseren Angeboten“, freut sich Jonas nach seiner ersten Woche.

Großes Jubiläumswochenende mit Bischof Overbeck

Und Begegnungen gibt es an diesem Jubiläumswochenende zu Hauf. Denn rund 500 Urlauber sind auf die Insel gekommen, um gemeinsam mit Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck ein halbes Jahrhundert Touristenseelsorge zu feiern. Bereits am Samstagnachmittag kamen vielen Urlauber zur Kaffeetafel am Wohnwagen zusammen und wie für die Touristenseelsorge üblich, brachte jeder etwas mit und trug so zum Gelingen bei. Nach einer gemeinsamen Messe in De Cocksdorp ließen die Urlauber gemeinsam mit dem Bischof den Abend beim Dämmershoppen am Wohnwagen gemütlich ausklingen.

Urlaub für die Seele

Am Sonntagvormittag erlebte Bischof Overbeck, was für viele Urlauber zum Highlight ihrer Wochen auf Texel gehört: Den sonntäglichen Gottesdienst. Bereits am Freitag hatten sich rund 40 Feriengäste am Wohnwagen versammelt, um die Feier gemeinsam vorzubereiten und schon einmal das ein oder andere Lied zu singen und zu spielen. Denn auch das gehört einfach zur Seelsorge auf der Insel dazu: Urlauber, die mit ihrem Instrument in den Urlaub fahren um im Gottesdienst zu musizieren. Von diesem Engagement der Ehren- und Hauptamtlichen zeigt sich der Ruhrbischof auch in seiner Predigt sehr beeindruckt. „Was die Touristenseelsorge auf Texel seit 50 Jahren tut, ist Ausdruck einer einfachen Selbstverständlichkeit, nämlich nach den uns möglichen Kräften zu verwirklichen, dass die Kirche da ist, wo die Menschen sind“, so Overbeck weiter. „Wir als Christen leben von Gemeinschaft. Und die Touristenseelsorge ermöglicht es Menschen immer wieder, genau diese Gemeinschaft zu erfahren“, freut sich der Ruhrbischof. Die Touristenseelsorge könne helfen und tue es auch, dass Menschen neu gestärkt in den Alltag zurückkehren. „Touristenseelsorge ist Urlaub für die Seele“, fasst es Overbeck mit den Worten einer Besucherin zusammen. Abschließend dankt er allen Ehren- und Hauptamtlichen für ihre wertvolle Arbeit. So auch Ludger Stöppelkamp, der 19 Jahre lang die gute Seele der Touristenseelsorge war. Er trug Sorge dafür, dass die Seelsorgeteams einen Stellplatz auf dem Campingplatz hatten, bei der Anreise alles hergerichtet war und nach neun Wochen Seelsorge auf der Insel auch alles wieder für das kommende Jahr verstaut wurde. Sie alle machen mit viel Engagement und Kraft die Touristenseelsorge zum dem, was sie ist: „Ein schlichtes aber eindrückliches Zeichen von gelebter Kirche.“

Eine ganz besondere Gemeinde auf Zeit

Diese Dankbarkeit ist auch bei Pastor Bernd Wolharn deutlich zu spüren. „Ich bin einfach nur dankbar dafür, dass viele Menschen zum Jubiläumsgottesdienst und der anschließenden Feier auf die Insel gekommen sind – teilweise sogar nur für einen Tag“, freut sich Wolharn. Diese „Gemeinde auf Zeit“ sei schon etwas Besonderes, so der Touristenseelsorger. Und mit Blick in die fröhliche Runde im Schatten der Kirche ist er sich sicher: „Ein bisschen Texel – ein bisschen Touristenseelsorge sind wir doch alle“.

Predigt Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck im Wortlaut (PDF)

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