Politiker können von Nikolaus lernen

Der Heilige zeige, wie sehr Programm und Person zusammengehören, sagte Bischof Overbeck beim Gottesdienst des CDU-Bundesparteitags in Essen – und wie wichtig Geschichten sind.

Ökumenischer Gottesdienst mit Bundeskanzlerin Angela Merkel

Bischof Franz-Josef Overbeck hat den Delegierten des CDU-Bundesparteitags in Essen empfohlen, sich am Heiligen Nikolaus zu orientieren. Am Bischof von Myra „kann man lernen, dass und wie Programm und Person zusammengehören“, sagte der Bischof am Dienstagmorgen. Wer Verantwortung wahrnehmen und die Gesellschaft mitgestalten wolle, „in dem müssen Programm und Persönlichkeit zusammen kommen“, so Overbeck. Aufgrund der Differenziertheit der Welt „und vieler nicht eingelöster Heilsversprechen“ schenkten die meisten Menschen heute Programmen wenig Glauben – umso wichtiger würden die dahinter stehenden Menschen. Gemeinsam mit Manfred Rekowski, dem Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, gestaltete Overbeck am Dienstag in der Evangelischen Erlöserkirche in Essen unmittelbar vor der Eröffnung der Veranstaltung in der Essener Grugahalle den Gottesdienst für die Parteitags-Delegierten, an dem auch Bundeskanzlerin Angela Merkel teilnahm.

„Wir brauchen neue Erzählungen“

Es gehe heute nicht darum, „rein theoretisch zu werben und Programme zu schreiben“, rief Overbeck den Politikern zu. Es gehe darum, Geschichten zu erzählen. „Geschichten verbinden alle Menschen, auch gerade mit der Politik wie mit der Kirche“, sagte der Bischof. „Wir brauchen neue Erzählungen, Lebensgeschichten wie die des Heiligen Nikolaus.“ Durch seine Person und sein Leben habe Nikolaus die Entschiedenheit der Liebe Gottes für die Menschen erzählt.

„Handgreifliche Kinder-, Jugend- und Familienarmut“

Mit Blick auf ihre politischen Beratungen gab der Ruhrbischof den aus ganz Deutschland angereisten CDU-Delegierten auch noch ein paar inhaltliche Ideen mit auf den Weg: Wer heute von denen spreche, die arm sind, „darf nicht nur von denen reden, die es im Sinne der Altersarmut zukünftig sein werden“, betonte Overbeck. „Denken wir gerade hier im Ruhrgebiet nur an die in manchen Stadtteilen handgreifliche Kinder-, Jugend- und Familienarmut, aber auch an die Herausforderungen, die durch die Migration- und Flüchtlingsbewegung entstehen.“ Mit Blick auf die Flüchtlinge sagte Overbeck, Deutschland und Europa dürften „mit Verlässlichkeit als Hoffnungsort für die gelten, die, getrieben durch Gewalt und Verfolgung, Rechtssicherheit und Freiheit suchen“. Dabei die eigenen Kräfte im Blick zu behalten, sei ebenso notwendig „wie die Bereitschaft, neue Verantwortung für die Sicherheit in dieser Welt mit zu übernehmen“.

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