Overbeck fordert Verantwortungsethik beim Drohneneinsatz

Der Einsatz bewaffneter Drohnen verlangt nach Ansicht von Militärbischof Franz-Josef Overbeck sowohl einen klaren Einsatzrahmen als auch eine Verantwortungsethik.


Militärbischof diskutierte mit Verteidigungsminister de Mazière

Den Einsatz von bewaffneten Drohnen durch die Bundeswehr hat   Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) in einem Gespräch mit Militärbischof Franz-Josef Overbeck und seinem evangelischen Amtskollegen Martin Dutzmann gerechtfertigt. Zugleich warnte der Verteidigungsminister vor einer rein "symbolischen Debatte". Vielmehr müsse Deutschland angesichts der neuen Militärtechnik endlich eine konkrete und ernsthafte Diskussion über die Aufgaben seiner Streitkräfte führen. "Nur die Frage nach Gewalt Ja oder Nein führt nicht weiter", sagte de Maizière bei einem "sicherheitspolitischen Dialog" in Berlin.

Overbeck antwortete bei der Podiumsdiskussion mit der Forderung nach einem klaren Einsatzrahmen. Die neue Technik dürfe bei den Zielen und dem Umfang von Militäroperationen nicht zu Unschärfe führen. Auch der evangelische Militärbischof Martin Dutzmann bekräftigte, es gehe nicht um eine generelle Ablehnung der Drohnen. Vielmehr müsse eine Grundsatzdebatte um das Wie geführt werden.

Natürlich wäre es wünschenswert, wenn von Deutschland aus weltweit alle Kriege verhindert werden könnten, so Overbeck. Realistisch sei das aber nicht. Die Angst vor den Drohnen sei daher vor allem "mehr emotional als rational", erklärte der katholische Militärbischof. Darum sei es umso wichtiger, nach weltweiter Verantwortung zu fragen. Es brauche auch für den Einsatz von Drohnen eine Verantwortungsethik, sowohl auf den Einsatzort und das jeweilige Land bezogen als auch individuell für den einzelnen Soldaten, so Overbeck. (kna/do)

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