von Thomas Rünker

Orkan „Friederike“ beschädigt Kirchtürme und Dächer

In vielen Städten des Ruhrbistums melden Gemeinden Schäden an Kirchen und anderen Gebäuden. Besonders betroffen ist die Essener St. Laurentius-Kirche, die vorerst gesperrt bleibt und ihre Gottesdienste an diesem Wochenende verlegt hat.

Gottlob nur Sachschäden, davon aber jede Menge verzeichneten die Pfarreien im Bistum Essen am Freitag nach dem Orkan „Friederike“. Mit ihren exponierten Türmen, oft großen Dachflächen sowie Grünanlagen und Gärten mit Baumbestand gab es vor allem im Ruhrgebiet in zahlreichen Gemeinden heruntergefallene Dachziegel, abgerissene Regenrohre und umgestürzte Bäume. Besonders getroffen hatte es die Kirchen St. Laurentius in Essen-Steele, St. Michael in Essen-Dellwig sowie Liebfrauen und St. Franziskus in Bochum.

In St. Laurentius hatte der Sturm am Ansatz zwischen Gemäuer und schiefergedecktem Helm des insgesamt 63 Meter hohen Kirchturms ein mehrere Meter großes Loch ins Dach gerissen. „Drei bis vier Meter lange Balken und Schindeln sind wie Wurfgeschosse herabgestürzt“, berichtete Pfarrer Andreas Geßmann. Ein Balken sei zudem ins Kirchenschiff eingeschlagen. Sofort seien die Kirche, die unmittelbare Umgebung und die vorbeiführende Paßstraße gesperrt worden. „Wir haben großes Glück gehabt, Gott sei Dank ist niemand verletzt worden“, sagte Geßmann am Freitag auch mit Blick auf zwei benachbarte Schulen.

Weil Kirche und Paßstraße zunächst bis mindestens Montag gesperrt bleiben, verlegte St. Laurentius alle Gottesdienste für dieses Wochenende in benachbarte Kirchen der Pfarrei. So trifft sich die Gemeinde am Samstag, 20. Januar, zur Vorabendmesse um 18.30 Uhr nun in der Kapelle der Fürstin-Franziska-Christine-Stiftung, Steeler Str. 642. Am Sonntag, 21. Januar, feiert sie um 10 Uhr Heilige Messe in der Pax-Christi-Kirche, An St. Albertus Magnus 45. Die Messe um 11.30 Uhr sowie die Abendmesse um 18 Uhr finden dann wieder in der Kapelle der Fürstin-Franziska-Christine-Stiftung statt.

Ähnlich wie beim Brand des ebenfalls neugotischen Turms von St. Hubertus  in Essen-Bergerhausen vor vier Jahren stellte auch in St. Laurentius die große Höhe die Einsatzkräfte vor besondere Herausforderungen: Weil die Drehleitern der Feuerwehr das Loch im Turmhelm nicht erreichen konnten, wurde – wie seinerzeit für St. Hubertus – eine Spezialarbeitsbühne aus Düsseldorf angefordert. Da diese aufgrund ihrer Dimensionen nur mit Ausnahmegenehmigungen bestimmte Autobahnbrücken passieren darf, ließ die Sicherung des Schadens – und damit die erhoffte schnelle Freigabe von Kirche und Straße – am Freitagnachmittag noch auf sich warten. Erst am späten Nachmittag traf dann ein kleinerer Hubwagen in Steele ein, mit dem Dachdecker sofort erste Sicherungsarbeiten vornehmen konnten. Am Wochenende soll weitergearbeitet werden – dennoch bleiben das Kirchenumfeld und die Paßstraße bis Montag gesperrt.

Kirchenfenster eingedrückt

Spektakuläre Auswirkungen hatte Orkan „Friederike“ auch in St. Michael in Essen-Dellwig. Dort drückte der Sturm ein Kirchenfenster ein, so dass das bunte Glas und Teile des steinernen Rahmens in das Kirchenschiff fielen. Auch hier hatte die Gemeinde Glück im Unglück, dass in St. Michael zur Zeit des Sturms kein Gottesdienst gefeiert wurde. Nachdem das Seitenschiff nun abgesperrt wurde, können die Gemeindemitglieder hier am Wochenende wie gewohnt Messe feiern.

Bochumer Kirchen mit größeren Dachschäden

Größere Dachschäden meldete die Bochumer Pfarrei St. Franziskus. Neben der Pfarrkirche hatte der Orkan vor allem an der Kirche Liebfrauen in Bochum-Linden zahlreiche Dachpfannen gelöst und so für ein großes Loch gesorgt. Trotzdem konnte die Pfarrei gestern alle Sperrungen um die Kirchen wieder aufheben und kann auch am Wochenende wie gewohnt Gottesdienst feiern: Ein Dachdecker, der in diesen Tagen ohnehin in Liebfrauen tätig war, war bereits mit einem Hubsteiger vor Ort und konnte am Freitag gleich mit Sicherung und der Reparatur beginnen.

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