Ökumenische Weggefährten

Generalvikar Klaus Pfeffer veröffentlicht sein Buch „Christsein ist keine einfache Angelegenheit“ über den evangelischen Theologen und NS-Widerstandskämpfer Dietrich Bonhoeffer

Neben ungezählten Predigten, Vorträgen und Radiotexten, die der Essener Generalvikar und gelernte Journalist Klaus Pfeffer verfasst hat, hat er soeben seine erste Monographie vorgelegt mit dem Titel „Christsein ist keine einfache Angelegenheit“. In seinem Buch setzt Pfeffer sich mit dem evangelischen Theologen und NS-Widerstandskämpfer Dietrich Bonhoeffer auseinander und entwirft eine Vision für die Kirche von morgen.

Dass der vielbeschäftigte Generalvikar sich die Zeit genommen hat, das Manuskript zu schreiben, ist der Initiative des Essener Verlegers Dr. Gregor Meder zu verdanken. „Slow writing“ nennt Meder die Produktion impulsreicher Bücher, die man öfters in die Hand nimmt, und deren Text deshalb nicht einfach schnell ins Netz gestellt, sondern sorgfältig lektoriert und aufwändig gedruckt werde.

Pfeffer beschreibt, wie er selbst als junger Student unter der Trockenheit wissenschaftlicher Theologie gelitten hatte bis zu dem Tag, als ihm Texte Dietrich Bonhoeffers begegneten: „Für mich war diese erste Begegnung mit der Gedankenwelt Bonhoeffers ein wichtiger Schritt auf dem Weg, einen Glauben zu finden, der sich nahe an den Erfahrungen meines Lebens bewegt.“ Der Gedanke, dass christlicher Glaube nicht vom konkreten Leben mit all seinen Facetten getrennt werden darf, durchzieht wie ein roter Faden sowohl Bonhoeffers Schriften als auch Pfeffers Buch. „Seine Briefe gehen wirklich unter die Haut“, sagt Pfeffer und beschreibt, wie aus seinem Anfangsinteresse für den evangelischen Theologen „eine intensive ökumenische Weggefährtenschaft“ entstanden ist.

„Vieles könnte Bonhoeffer für unsere Zeit geschrieben haben“, urteilt Pfeffer. Denn der habe als Studentenseelsorger schon in den 1930er Jahren konstatiert, dass die Menschen sich zunehmend von der Kirche entfernten. Der Glaube an Gott, so schrieb Dietrich Bonhoeffer damals, dürfe nicht in einer religiösen Sonderwelt stattfinden, sondern nur mitten im „wirklichen und ganzen Leben.“ Ähnliche Beobachtungen macht Klaus Pfeffer im Jahr 2017: Zwar träten Menschen aus der Kirche aus; andere jedoch legten Wert darauf, punktuell mitzumachen und etwa in der Kirche zu heiraten, ihre Kinder taufen zu lassen oder zum Weihnachtsgottesdienst zu kommen: „Wir brauchen eine sehr breit aufgestellte Kirche, die Platz hat für verschiedene Formen der Zugehörigkeit.“

Eine kurze, in Pfeffers Augen visionäre Skizze zur Kirche in der Nachkriegszeit hatte Bonhoeffer im Gefängnis 1945 kurz vor seiner Hinrichtung noch geschrieben. Heute ist es Klaus Pfeffer, der zum Abschluss seines Buches eine Zukunftsvision für eine ökumenische Kirche von morgen entwirft, deren Text zwischen den Zeilen von seiner langjährigen Beschäftigung mit Bonhoeffer inspiriert ist: Christen sind interessante, feinfühlige, humorvolle Leute, heißt es da. Sie leben aus einer tiefen Verbindung mit Gott, sind miteinander gut vernetzt und fallen auf, weil sie differenziert nachdenken und Verantwortung in Politik und Gesellschaft übernehmen. Konfessionelle Unterschiede spielen in dieser Kirche keine Rolle mehr: „Die Kirche der Zukunft strahlt aus, ist freundlich und dient den Menschen.“ Für seine ersten Ansätze dieser Zukunftsskizze der Kirche habe er in den vergangenen drei Jahren zwar heftige Kritik vor allem aus konservativen Reihen bekommen, berichtet Pfeffer. Überwogen habe aber der Zuspruch aus Pfarrgemeinden und von pastoralen Praktikern, die mitten im kirchlichen Erneuerungsprozess steckten.

Klaus Pfeffer, „Christsein ist keine einfache Angelegenheit“.

Essen: Verlag adson fecit 2017, 140 Seiten, € 16,90.

ISBN 978-3-9816594-5-0.

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