„Nigeria ist ein sehr reiches Land, das von vielen armen Menschen bewohnt wird.“

John Onaiyekan, Erzbischof von Abuja

Nigeria gehört zu den führenden Ölproduzenten Afrikas. Doch trotz enormer Einnahmen zählt das Land heute zu den 20 ärmsten Ländern der Welt. Das Geld wandert in die Taschen korrupter Eliten und großer Ölkonzerne. Die Mehrheit der 144 Millionen Menschen im bevölkerungsreichsten Land Afrikas geht leer aus.

Einen kulturellen Reichtum stellen die mehr als 400 Volksgruppen dar. Die größten ethnischen Gruppen Nigerias sind die Hausa und Fulani im Norden, Yoruba im Südwesten und die Igbo im Südosten. Seit Ende der Militärdiktatur 1999 ist es immer wieder zu blutigen Unruhen zwischen verschiedenen Volksgruppen gekommen. Mehr als 10.000 Menschen sind dabei gestorben.

Schnell bezeichnen westliche Medien solche Konflikte als „Religionskriege“. Denn die beteiligten Volksgruppen gehören in vielen Fällen mehrheitlich dem Christentum oder dem Islam an. Doch bei den Auseinandersetzungen geht es oft um politische und wirtschaftliche Interessen. Der Kampf um immer knappere Ressourcen ist für viele Menschen ein Kampf ums Überleben.

Die Mehrheit der nigerianischen Christen und Muslime lebt friedlich zusammen. Nigeria ist die größte christlich-islamische Nation und laut Religionsstudie der Bertelsmann Stiftung das religiöseste Land der Welt. 92 Prozent der Bevölkerung bezeichnet sich als „tiefreligiös“.

Religionen in Nigeria
50 % Muslime
40 % Christen, davon 14 % Katholiken
10 % Anhänger traditioneller Religionen

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