Neue Gesichter - neue Ämter

Personalentscheidungen, Flüchtlinge, Armut und Reformationsgedenken: Das sind die Themen bei der Herbstvollversammlung der katholischen Bischöfe in Fulda. Bei Wahlen geht es auch um Richtungsentscheidungen.

Bis Donnerstag treffen sich 66 Kardinäle, Bischöfe und Weihbischöfe zur Herbstvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz am Grab des heiligen Bonifatius in Fulda. Auf der Tagesordnung stehen wichtige Personalentscheidungen: Die Vorsitzenden und Mitglieder der 14 Kommissionen sowie der Unterkommissionen werden turnusgemäß neu gewählt. Ein Wahlmarathon, der die Arbeit der Konferenz in den kommenden fünf Jahren wesentlich mitbestimmen wird.

Was eher technisch klingt, könnte sich durchaus als Richtungsentscheidung interpretieren lassen - zumal Papst Franziskus angedeutet hat, dass er den Bischofskonferenzen mehr Handlungs- und Entscheidungsfreiheit zubilligen könnte. Die größte Bedeutung dürfte dem Vorsitz der Glaubenskommission zukommen, die sich auch mit dogmatischen Fragen befasst. Bisher wurde sie vom inzwischen aus Altersgründen ausgeschiedenen Mainzer Kardinal Karl Lehmann geleitet. Vom theologischen Fachwissen her böte sich der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer als Nachfolger an - ein Oberhirte, der für eher konservativere Positionen steht als Lehmann.

Offen ist auch, wer den ausgeschiedenen Aachener Bischof Heinrich Mussinghoff an der Spitze der Kommission für Wissenschaft und Kultur sowie der Unterkommission für die religiösen Beziehungen zum Judentum beerbt. Dass der Hildesheimer Bischof Norbert Trelle noch einmal zum Migrationsbischof gewählt wird, dürfte ebenso unwahrscheinlich sein wie die erneute Wahl des gleichaltrigen Würzburger Bischofs Friedhelm Hofmann an die Spitze der Liturgiekommission. Beide erreichen 2017 das für Bischöfe übliche Rücktrittsalter von 75 Jahren.

Ein Jahr nach Angela Merkels berühmtem Satz "Wir schaffen das" befasst sich die Bischofskonferenz erneut mit der Flüchtlingssituation. Schon 2015 hatte dieses Thema die Herbstvollversammlung dominiert: Damals verwies ein Kreuz aus Planken eines gestrandeten Flüchtlingsboots aus Lampedusa im Sitzungssaal auf das Leid der Flüchtlinge.

Wiederholt haben sich die Bischöfe seitdem hinter Merkels Flüchtlingspolitik gestellt - und zuletzt auch die CSU kritisiert. Gerade erst hat der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki der Bundeskanzlerin Lob für ihren Satz gezollt. Gast der Bischöfe ist diesmal der Erzbischof der chaldäisch-katholischen Kirche von Erbil (Irak), Bashar Warda. Er wird über die Lage der Christen im Nordirak informieren.

Beim traditionellen Studientag folgen die Bischöfe der Aufforderung von Papst Franziskus, an die Ränder der Gesellschaft zu gehen: "Armut und Ausgrenzung als Herausforderung für die Kirche und ihre Caritas", heißt das Thema.

Kurz vor dem Start des Erinnerungsjahrs zu 500 Jahren Reformation wollen die Bischöfe zudem über die katholische Beteiligung am Reformationsgedenken beraten. Geplant sind mehrere ökumenische Veranstaltungen im Verlauf des kommenden Jahres.

Zugleich will Erfurts Altbischof Joachim Wanke die in diesem Herbst erscheinende revidierte katholische Einheitsübersetzung der Bibel vorstellen. Sie gilt als "verbindliche Fassung" für Liturgie, Schule, Familie und Seelsorge und bringt laut Wanke an vielen Stellen Fortschritte an Genauigkeit, Texttreue und zeitgemäßer Verständlichkeit. Alle katholischen Gemeinden werden in den kommenden Monaten Exemplare der neuen Einheitsübersetzung anschaffen müssen.

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