Wenn das Leben unerträglich zu sein scheint

Es gibt Augenblicke, in denen das Leben unerträglich zu sein scheint. Es gibt Menschen, die in einer Krise vergeblich nach Hilfe suchen und ihrem Leben selbst ein Ende setzen. Die Krisenbegleitung der Telefonseelsorge Duisburg - Mülheim - Oberhausen bietet eine Überbrückungshilfe an, damit eine Krise nicht dramatisch endet.

Krisenbegleitung der Telefonseelsorge Duisburg-Mülheim-Oberhausen 

„Es gibt Zeiten im Leben, die enorm belasten, Zeiten, die alle Kraft in Anspruch nehmen, Zeiten, in denen das Leben unerträglich scheint.“ Rosemarie Schettler, Leiterin der Krisenbegleitung in der Telefonseelsorge Duisburg - Mülheim - Oberhausen, weiß um die zunehmende Gefährdung von Menschen, die in einer Krise vergeblich nach Hilfe und Begleitung suchen und - weil professionelle Hilfeeinrichtungen und Helfer überlastet sind - ihrem Leben selbst ein Ende setzen.

„Die Zahl der Suizidtoten steigt in Deutschland wieder an“, berichtet die Diplom-Sozialpädagogin und Gestalttherapeutin. Wurden 2009 noch 9.616 Suizidtote gezählt, waren es 2010 schon 10.021.  Die Zahl der Selbstmorde - so Schettler - sei deutlich höher als die Summe aller Verkehrs-, Mord-, Drogen- und Aids-Toten zusammen. Außerdem werde eine sehr hohe Dunkelziffer vermutet. In Duisburg geht das Landesamt für Statistik von 50 bis 60 Suiziden im Jahr aus. „Bis jetzt scheint die Zahl hier einigermaßen stabil zu bleiben, trotz aller Probleme der hier lebenden Menschen“, so Schettler. Ihrer Ansicht nach könnten der Abbau psychosozialer Hilfen sowie das Ausdünnen des sozialen Netzes in Kombination mit schwierigen Bedingungen etwa auf dem Arbeitsmarkt mit dazu beitragen, dass suizidale Handlungen häufiger werden. Wartezeiten für Therapieplätze liegen zwischen sechs Monaten und zwei Jahren. „Dinge, die man aufarbeiten könnte, sind dann nicht mehr zu behandeln“, betont die Sozialpädagogin. 


Damit eine Krise nicht dramatisch endet...

Überbrückungshilfe für begrenzte Zeit bietet die Krisenbegleitung der Telefonseelsorge Duisburg – Mülheim - Oberhausen an. „Wir können den Mangel an Therapeuten und Therapieplätzen nicht auffangen, aber relativ kurzfristig Begleitung durch Gespräche im direkten persönlichen Kontakt anbieten, damit eine Krise nicht dramatisch endet“, erklärt Schettler. Die ehrenamtliche Mitarbeiter sind ausgebildet in Gesprächsführung und Krisenintervention und werden regelmäßig geschult.

„Suizid-gefährdete Menschen gibt es in allen Bevölkerungsschichten und in allen Lebensaltern“, so die Krisenbegleiterin. Schwerpunkte zeigten sich bei jungen Männern, deren erste Liebe zerbricht und bei immer älter werdenden Menschen. Schettler: „Es gibt Momente, in denen neu entschieden werden muss, ob und wie das Leben weiter gehen kann.“

Menschen, die sich mit dieser Frage beschäftigen, können sich unter der Ruf-Nummer 0203/22656 sowie im Internet unter www.telefonseelsorge-duisburg.de oder per E-Mail unter kriseduisburg@telefonseelsorge-duisburg.de zu einem Erstkontakt an Rosemarie Schettler wenden. Die Gespräche sind kostenfrei und vertraulich. (is/do)

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