Münsterbauverein eröffnet Sonderausstellung zum Jubiläum

Zum 70-jährigen Bestehen der Essener Bürgerinitiative, die sich für den Erhalt von Dom und Anbetungskirche einsetzt, zeigt die Domschatzkammer seit dem Wochenende eine Bilderschau mit Fotos zu Kriegszerstörungen am Dom und deren Sanierung.

Mit einem festlichen Gottesdienst im Dom und einem Empfang im Essener Rathaus hat Essen am Samstagabend das 70-jährige Bestehendes Münsterbauvereins gefeiert. Zugleich eröffnete die überkonfessionelle Bewegung, die sich seit 1947 für Restaurierung und Erhalt von Dom und Anbetungskirche einsetzt, in der Domschatzkammer die Sonderausstellung „Gestern – Heute – Morgen. Bürger sichern Essens historisches Erbe“. Noch bis zum 4. Februar ist die Ausstellung – komplett finanziert vom Münsterbauverein – im Handschriftenraum der Schatzkammer zu sehen: dienstags bis sonntags, 11-17 Uhr.

Im Interview berichtet der Vorsitzende des Münsterbauvereins, Sparkassen-Manager Arnd Brechmann, über die Geschichte und die heutigen Herausforderungen der „ältesten Bürgerinitiative der Stadt“.

Herr Brechmann, wie erklären Sie sich, dass 1947 ausgerechnet ein kommunistischer Bürgermeister einen Verein zum Wiederaufbau der Münsterkirche gegründet hat?

Arnd Brechmann: Als Vorgänger von Gustav Heinemann, dem ersten frei gewählten Essener Oberbürgermeister, ist Heinz Renner als Querdenker, Widerständler in der Nazizeit und hochgradig pragmatischer Mensch überliefert. Renner war ein engagierter Tausendsassa mit unideologischem Blick für Prioritäten. Vielleicht war nur so eine überkonfessionelle Bürgerinitiative in Essen zur Rettung des historischen Zentrums realistisch. Kurz nach seiner Gründung hatte der Verein 1800 Mitglieder! Heute sind wir knapp unter 300.

Was hat Ihr Verein in den vergangenen 70 Jahren erreicht?

Brechmann: Der Dom und seine Umgebung waren ein einziges Trümmerfeld nach 272 Bombenangriffen auf Essens Innenstadt. Heute ist Essens starke Mitte ein Kleinod der Ruhe im Alltagstrubel, Dom und Domschatz im Herzen der City sind wichtige kulturelle Anziehungspunkte. Um dies zu erreichen konnte der Münsterbauverein seit seiner Gründung mit Hilfe von Freunden, Förderern aus Spenden, Lotterieerlösen und Vereinsbeiträgen knapp neun Millionen Euro in Aufbau und Erhalt von Dom und Domschatz investieren.

Vor welchen Herausforderungen sehen Sie den Münsterbauverein in den kommenden Jahren?

Brechmann: Wir richten uns darauf ein, dass unsere Mitgliederzahlen tendenziell werden sinken werden. Deshalb haben wir eine Stiftung ein-gerichtet, die die Ziele und Zwecke des Vereins auch in Zukunft fortsetzt. Als Münsterbauverein möchten wir Dom und Domschatz zu noch mehr Aufmerksamkeit als ganz besondere Orte in Essen verhelfen. Die Wurzeln und das geografische Herz der Großstadt Essen liegen seit dem Jahre 852 genau hier. Dieses Bewusstsein gilt es ebenso zu schärfen wie die Positionierung von Essens wahrem Schatz: Die Goldene Madonna – die älteste Marienfigur der Welt steht hier bei uns im Essener Dom!

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