Moralische Orientierung, aber keine Ausgrenzung

Am 30. November 2011 wird in Essen derjenigen gedacht, die an den Folgen von HIV/Aids verstorben sind, und derer, die auch in anderen Ländern der Welt unter den schwerwiegenden Folgen von Infektion oder Erkrankung leiden.

Essen gedenkt der HIV-Positiven und an Aids Verstorbenen

Am Mittwoch, 30. November, dem Vorabend des diesjährigen Welt-Aids-Tages, wird der Essener Bürgerinnen und Bürgern gedacht, die an den Folgen von HIV / Aids verstorben sind, und derer, die auch in anderen Ländern der Welt unter den schwerwiegenden Folgen von Infektion oder Erkrankung leiden. Veranstalter sind die Caritas Aidsberatung, die Missio Diözesanstelle Essen, die Evangelische Beratungsstelle für Schwangerschaft, Familie und Sexualität und die AIDS-Hilfe Essen.
 
Die Gedenkveranstaltung beginnt um 18.00 Uhr am Mahnmal "Namen und Steine" am Essener Burgplatz. Die Installation ist dem Andenken an Menschen gewidmet, die an den Folgen von Aids starben. Danach führt ein Fackelzug zur Marktkirche, in der um 18.45 Uhr eine ökumenische Andacht die verschiedenen Aspekte des Lebens mit HIV in den Mittelpunkt stellt. Abschließend gibt es die Möglichkeit zu Gespräch und Begegnung bei einem Imbiss.
 
Dass Aids auch ein Thema von Kirche und Caritas ist, stellte Weihbischof Franz Vorrath kürzlich in seinem Grußwort an die Teilnehmer der Tagung „Aids-Prävention“ in der Katholischen Akademie „Die Wolfsburg“ in Mülheim klar. Der Bischofsvikar für die Caritas warb für einen verantwortungsvollen Umgang mit Sexualität, aber auch für unbedingte Solidarität mit den von HIV und Aids Betroffenen: „Dabei gilt es, das so genannte ‚moralische Aids-Dilemma‘ zu vermeiden.“

Weil die Übertragung des HI-Virus häufig Folge eines verantwortungslosen Handelns im moralisch sehr aufgeladenen Feld der Sexualität sei, bestehe die Gefahr einer allzu einfachen Schuldzuweisung. „Die Definition von so genannten Risikogruppen kann dann schnell zu einer distanzierenden Diskriminierung führen“, so Vorrath.  Gerade Instanzen wie die Kirchen, denen die moralische Orientierung ein besonderes Anliegen sei, würden Gefahr laufen, ungewollt die gesellschaftliche Ausgrenzung der Infizierten und Erkrankten zu fördern. „Diese sensible Balance zwischen moralischer Orientierung und einer nicht ausgrenzenden Haltung den Betroffenen gegenüber gilt es zu wahren“, betonte der Weihbischof. (cde/do)

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