Mit den richtigen Angeboten auch als „Mitbewerber“ erfolgreich

Bei der sechsten „Denkbar“ diskutierten am Mittwochabend in der Bochumer Jugendkirche „Trinity“ rund 130 Teilnehmer über die Frage, wie die Kirche mit ihrer Botschaft Jugendliche und junge Erwachsene erreicht.

Wie die katholische Kirche im Ruhrbistum wieder mehr Kontakt zu Jugendlichen bekommt, damit haben sich am Mittwoch in Bochum rund 130 Teilnehmer des sechsten „Denkbar“-Abends beschäftigt. In der Jugendkirche „Trinity“ in Bochum-Langendreer stellten sich verschiedene Angebote der Jugend-Seelsorge vor, um gerade in den derzeit überall im Bistum laufenden Diskussionen über künftige Formen kirchlicher Angebote nicht nur alte Fragen, sondern vor allem auch neue Ideen mit auf den Weg zu geben. Dass das Bistum zu diesem Jugend-Programm ausgerechnet mit dem Jahrzehnte alten Loriot-Zitat „Ja wo laufen Sie denn?“ eingeladen hatte, nahm dabei gleich zu Beginn der Kirchenkabarettist Urs von Wulfen aufs Korn. Seine grundsätzlich Devise: Nicht darüber jammern, dass nicht mehr 40 Messdiener kommen, sondern froh sein über die vier, die am Sonntag gerne den Altardienst übernehmen. „Fußball kann man mit fünf Leuten nicht spielen – aber unser Chef hat gesagt ,wo zwei oder drei in meinem Namen beisammen sind, bin ich mitten unter euch‘“, bezog sich von Wulfen auf ein Zitat aus dem Matthäus-Evangelium. Die Kirche sei „heute nicht mehr Marktführer, sondern Mitbewerber, das müssen wir akzeptieren“, rief er den „Denkbar“-Besuchern zu. Und er regte eine Qualitätsdiskussion an: So wie ein Schwimmer durch intensives Training schneller schwimmen kann sollte vielleicht ein Messdiener „merken, dass er durch seinen Dienst tiefer in sich hineinhören und einen intensiveren Blick auf Gott erhält“, schlug von Wulfen vor.

Die Kommunikation zwischen der Kirche und gerade jungen Leuten läuft heute nicht mehr nur im Kirchenraum, sondern gerade auch in Socia-Media- und anderen Online-Kanälen, dies machte Jens Albers in seiner Präsentation deutlich. Der Online-Redakteur aus der Kommunikationsabteilung des Bistums berichtete von erfolgreichen Aktionen wie der Weihnachtsgeschichte, erzählt von der virtuellen Maria auf Facebook, dem wie ein Hightech-Produkt beworbenen Pferd zu St. Martin oder den Smoothie-Flaschen als Bild für die emotionale Mischung der Kar- und Ostertage. Ein Konzept aus Information, Seelsorge und Unterhaltung, das indes nicht jedem Christen gefällt, so Albers. „Ich habe oft das Gefühl: Wenn es Spaß macht, ist es nicht katholisch genug“, sagte der Online-Redakteur angesichts kritischer Kommentare zu heiteren Beiträgen der Glaubenskommunikation.

Wie Jugendliche vor Ort ihren Glauben leben, machten beispielhaft Vertreter der Jugendkirche „Lichtblick“ in Bochum-Weitmar sowie die Gastgeber von „Trinity“ deutlich: Regelmäßige Gottesdienste mit frischer Musik und anregenden Texten in Räumen, die mit Licht und moderner Symbolik gestaltet sind, ziehen nicht nur an diesen, sondern auch an vielen anderen Orten im Ruhrbistum regelmäßig Jugendliche und junge Erwachsene an, die sich in ihren Ortsgemeinden nicht unbedingt zuhause fühlen. Wie und wo diese Orte künftig ihren Platz haben, wird derzeit im Ruhrbistum in den Pfarreiprozessen diskutiert – aber dass es auch in Zukunft spezielle Gottesdienstorte für junge Leute braucht, das wurde beim „Denkbar“-Abend in Bochum mehr als einmal betont.

In den Pfarreien dürften es die Jugendbeauftragten sein, die vor Ort auf diesen Bedarf hinweisen. Bistums-Jugendreferent Andreas Scholten stellte das Konzept dieser Pfarrei-Mitarbeiter vor, die jeweils das Scharnier zwischen den Jugendlichen und den hauptberuflichen Seelsorgern sein sollen. Dass auch Ehrenamtliche gut für diese Vermittler-Funktion geeignet sind, zeigte das Beispiel der Mülheimer Jugendbeauftragten, die gerade mit vielen inhaltlichen und spielerischen Aktionen versuchen, die Jugendleiter von Messdienern und Jugendverbänden in den verschiedenen Gemeinden immer stärker miteinander zu vernetzen.

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