von Ulrich Lota

„Jeder Mensch hat ein Recht auf medizinische Behandlung“

Malteser übernehmen vom Petershof in Duisburg-Marxloh die Notfallsprechstunde für Patienten ohne Krankenversicherung.

Die medizinische Versorgung für Menschen ohne Krankenversicherung, die das katholische Sozialpastorale Zentrum Petershof in Duisburg-Marxloh seit Ende 2014 auf ehrenamtlicher Basis betreibt, wird zu Beginn des nächsten Jahres von der Malteser Migranten Medizin (MMM) übernommen. Damit ist die nahtlose Betreuung dieser Menschen auch für die Zukunft sichergestellt. Die Malteser haben bereits in 16 deutschen Großstädten ein Netz von Notfallsprechstunden aufgebaut, in denen Menschen ohne gültigen Aufenthaltsstatus anonym Erstuntersuchung, Notfallversorgung und Geburtshilfe erhalten können.

Prämonstratenser-Pater Oliver Potschien, der den Petershof leitet, berichtet, man habe zunächst eine kleine monatliche Sprechstunde für medizinische Notfälle eingerichtet. Der Andrang sei jedoch innerhalb von zwei Jahren auf wöchentlich 80 bis 160 Patienten angewachsen, die mit Hilfe ehrenamtlich arbeitender Ärzte, Krankenschwestern, Hebammen, Dolmetscher und weiterer Helfer versorgt würden. Die Zahl nicht krankenversicherter Menschen in Duisburg schätzt Pater Oliver auf rund 16.000.

„Wir haben die Not der Menschen gesehen, um die sich niemand gekümmert hat, und haben im Rahmen unserer Möglichkeiten geholfen“, so Pater Oliver weiter. Man habe mit Nachdruck und großem Engagement - sogar auf Bundesebene - immer wieder auf die prekäre Situation dieser Menschen hingewiesen und Lösungen angemahnt. Umso dankbarer sei er jetzt, dass nunmehr die Malteser Migranten Medizin mit ins Boot geholt werden konnte, um den Menschen kontinuierlich und verlässlich zu helfen.  

Nicht ohne Stolz blickt auch Dr. Anne Rauhut, die ärztliche Leiterin dieser beispiellosen Initiative, auf den bisherigen intensiven ehrenamtlichen Einsatz ihrer Kolleginnen und Kollegen sowie Helferinnen und Helfer zurück. „Aus unserem christlichen Selbstverständnis heraus war und ist es uns eine Verpflichtung zu helfen und zu heilen, wo Menschen in Not sind. Aber es gibt für uns auch noch einen wichtigen politischen Anspruch: nämlich das Grundrecht auf Gesundheit.“

Mit ihrer Arbeit hätten sie in den zurückliegenden zwei Jahren knapp 4.000 Patientinnen und Patienten in ihrer akuten Notlage helfen können. Zugleich sei es gelungen, auf die besondere Problematik von Menschen ohne Krankenversicherungsschutz auf

Stadt-, Landes- und Bundesebenen hinzuweisen. Auch wenn sich für Duisburg jetzt mit der Einrichtung der Clearingstelle durch die Stadtverwaltung und der Eröffnung der Malteser Migranten Medizin eine Verbesserung der Situation abzeichnet, so Rauhut weiter, seien noch viele weitere Schritte notwendig, um eine verlässliche Gesundheitsversorgung der Menschen sicherzustellen.    

Im Sozialpastoralen Zentrum Petershof wird nach den Plänen von Pater Oliver Potschien weiterhin präventiv zu Gesundheitsthemen rund um Kinderversorgung, Ernährung und Hygiene gearbeitet. Patienten werden bei Bedarf zur neu eingerichteten Ambulanz der Malteser weitergeleitet.

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