Leben in Fülle für alle!

Mit einem Aufruf für eine prophetische Kirche fordern zahlreiche katholische Orden, Hilfswerke, Verbände, Wissenschaftler und Bischöfe ein entschiedenes Bekenntnis und einen stärkeren Einsatz für mehr globale Gerechtigkeit.

Christliche Initiative fordert grundlegendes Umdenken

Mit einem Aufruf für eine prophetische Kirche „Leben in Fülle für alle!“ fordern zahlreiche katholische Orden, Hilfswerke, Verbände, Wissenschaftler und Bischöfe ein entschiedenes Bekenntnis und einen stärkeren Einsatz für mehr globale Gerechtigkeit. Der Aufruf richtet sich an Christinnen und Christen, kirchliche Gruppen und Einrichtungen in Deutschland. „Unsere Glaubwürdigkeit als Christen steht auf dem Spiel. Die Zeit ist reif für ein grundlegendes Umdenken und überzeugendes Handeln“, so Winfried Montz vom Deutschen Katholischen Missionsrat.

„Wir stehen in der Pflicht, uns nicht nur mit dem nächsten Pfarrfest zu beschäftigen, sondern mit all unseren Kräften und Talenten die globale Soziale Frage immer neu zu stellen“, betonte Birgit Zenker, KAB-Bundesvorsitzende bei der Pressekonferenz zur Vorstellung des Aufrufs.

Die Erstunterzeichner des Aufrufs haben sich verpflichtet, in ihrem Beten, Denken und Handeln dieses Ziel voranzubringen und in der katholischen Kirche in Deutschland einen breit angelegten Prozess des Nachdenkens über Schritte verantwortlichen Handelns anzustoßen. Notwendig sei die Suche nach personalen und strukturellen Ansätzen zur Bewältigung der kircheninternen und –externen weltweiten Problemstellungen, meinte MISEREOR-Hauptgeschäftsführer Prof. Josef Sayer „Wir erkennen, dass eine solche Suche nicht allein durch die kirchliche Hierarchie bewältigt werden kann, sondern das ganze Gottesvolk betrifft. Im Miteinander wird sich die Vertrauenskrise am ehesten bewältigen lassen“, unterstrich Sayer, der sich für eine Synode und diözesane Dialogprozesse wie beispielsweise der Erzdiözese Wien aussprach.

Die Notwendigkeit „einer alternativen Hierarchie der Werte“ betonte P. Wolfgang Schonecke WV, Leiter des Netzwerkes Afrika Deutschland der Orden: „Prophetisch handeln heißt, sich auf die Suche nach neuen Denkmodellen, nach anderen Lebensund Beziehungsformen zu machen“. Dieses Handeln sei nötig aus der Überzeugung, dass die Menschheit vor mehreren miteinander verzahnten, die Existenz bedrohenden Krisen biblischen Ausmaßes stehe: Klima- und Energiekrise, Nahrungsmittelkrise, Finanz- und Wirtschaftskrise. Die bisher gezeigten Lösungsansätze erwiesen sich lediglich als „Symbolpolitik mit Placeboeffekt“.

Der Aufruf richtet sich an Christinnen und Christen und an Verantwortungsträger in der Kirche, nicht nur die Kirche selbst zu erneuern, sondern die großen Aufgaben der Welt glaubwürdig aufzugreifen. „Die Sprachlosigkeit muss ein Ende haben! Unsere Kirche ist kein Selbstzweck, sondern Vehikel für die Frohe Botschaft“, fordert Birgit Zenker. „Zeugnis geben bedeutet, sich für gerechte Strukturen einzusetzen.“ Zu den Erstunterzeichnern des Aufrufs gehören u.a. der ehemalige Bundesminister Dr. Norbert Blüm, die Vorsitzende der deutschen Ordensoberenkonferenz, Sr. Aloisia Höing, Christa Nickels, Parlamentarische Staatssekretärin a. D., der brasilianische Theologe Prof. Dr. Paulo Suess, der Publizist Dr. Thomas Seiterich, außerdem die Bischöfe Dr. Werner Thissen, Felix Genn und Heinz Josef Algermissen, Präsident der deutschen Pax Christi Sektion.

Unterzeichnet werden kann der Aufruf über die Website www.leben-in-fuelle-fueralle.de, die den Text des Aufrufes in fünf Sprachen und weiter führende Impulstexte anbietet. (dkmr)

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