Kirchen plädieren für Vielfalt und friedliches Zusammenleben

Auftakt der Interkulturellen Woche 2017. Viele Veranstaltungen auch an Rhein, Ruhr und Lenne. Gemeinsames Wort der Kirchen wendet sich gegen Fremdenfeindlichkeit und einseitige Betonung nationaler Interessen.

Mit einem Plädoyer für Vielfalt und friedliches gesellschaftliches Zusammenleben haben Kirchenvertreter die Interkulturelle Woche 2017 eröffnet. Beim ökumenischen Auftaktgottesdienst am Montagabend in Offenbach sprach sich der Mainzer Weihbischof Udo Bentz mit Blick auf Zuwanderer sowohl gegen Abgrenzung als auch gegen eine „aufgenötigte Assimilierung“ aus. Es komme vielmehr auf Integration als wechselseitigen Prozess an, so Bentz.

Der evangelische hessen-nassauische Kirchenpräsident Volker Jung sagte, eine einseitig auf das nationale Wohl bedachte Politik gehe nicht mit der göttlichen Botschaft zusammen. „Gottes Liebe ist global und gilt allen Menschen gleichermaßen“, so Jung, der Sammelabschiebungen nach Afghanistan und Begrenzungen beim Familiennachzug für Flüchtlinge kritisierte. An dem Gottesdienst nahm auch Erzpriester Georgios Basioudis als Vertreter der Griechisch-Orthodoxen Metropolie von Deutschland teil.

Die 42. Interkulturelle Woche ist eine bundesweiten Initiative der Deutschen Bischofskonferenz, der Evangelischen Kirche in Deutschland und der Griechisch-Orthodoxen Metropolie. Unter dem Motto „Vielfaltverbindet“ sind im Aktionszeitraum vom 24. bis 30. September nach Veranstalterangaben mehr als 5000 Veranstaltungen an über 500 Orten geplant, darunter auch Mülheim, Essen, Gelsenkirchen, Bochum und Hagen. Informationen und eine Veranstaltungs-Datenbank gibt es auf der Internetseite der Interkulturellen Woche.

Im gemeinsamen Wort der Kirchen zur Interkulturellen Woche sprechen sich der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, und der Vorsitzende der Orthodoxen Bischofskonferenz in Deutschland, Augoustinos Lambardakis, für eine vielfältige Gesellschaft aus. „Als christliche Kirchen sagen wir in aller Klarheit: Politik, die Fremdenfeindlichkeit schürt, von Angst gegen Überfremdung lebt, einseitig nationale Interessen betont, ein nationalistisches Kulturverständnis pflegt und Grundfreiheiten in Frage stellt, ist mit einer christlichen Haltung nicht vereinbar“, heißt es in dem Papier. „Ausländerfeindlichkeit, Diffamierung anderer Religionsgemeinschaften, die Überhöhung der eigenen Nation, Rassismus, Antisemitismus, Gleichgültigkeit gegenüber der Armut in der Welt – all das führt nicht in eine gute Zukunft.“

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