Katholische Jugend feiert mit Pettycoats 60 Jahre BDKJ

Vor 60 Jahren wurde der Dachverband der katholischen Jugendverbände im Bistum Essen gegründet. Am Samstag feierten aktuelle und ehemalige BDKJ'ler im Essen-Kettwiger Jugendhaus St. Altfrid – und planten zugleich für die Zukunft: 2019 steht die nächste "72-Stunden-Aktion" an. Neuer BDKJ-Diözesanseelsorger ist Simon Köcher. Generalvikar Pfeffer: Junge Leute „machen auf viele innerkirchliche Defizite aufmerksam“.

Im Gründungsjahr des Bistums Essen entstand auch der Dachverband der Jugendverbände in der neuen Diözese

Der BDKJ vertritt die Interessen verschiedener katholischer Jugendverbände wie Pfadfinder oder Katholische Junge Gemeinde

Bei der Diözesanversammlung im Jugendhaus St. Altfrid wurde gefeiert, aber auch geplant: Im kommenden Jahr steht auch im Ruhrbistum die nächste "72-Stunden-Aktion" an.

Mit Pettycoats und anderen lustigen Verkleidungen haben am Wochenende aktuelle und ehemalige Jugendliche aus katholischen Verbänden das 60-jährige Bestehen des Bundes der katholischen Jugend (BDKJ) im Bistum Essen gefeiert. Bereits im ersten Jahr nach der Gründung des Ruhrbistums am 1. Januar 1958 hatten die katholischen Jugendverbände in der Region – analog zu anderen Bistümern – mit dem BDKJ einen bistumsweiten Dachverband etabliert. Heute verbindet der BDKJ im Ruhrbistum rund 40.000 junge Leute in acht Verbänden vom Sportverband DJK über die Jugendorganisationen von Kolping, Schützen und Maltesern bis hin zu Pfadfindern, Katholische junge Gemeinde und Christliche Arbeiterjugend. Zudem ist der BDKJ mit eigenen Stadt- und Kreisverbänden vertreten.

Bei seiner Diözesanversammlung und dem anschließenden Festakt mit Gottesdienst und Party im Essen-Kettwiger Jugendhaus St. Altfrid zeigte sich der BDKJ am Samstag gleichermaßen traditionsbewusst wie zukunftsorientiert. Waren die Verkleidungen der Teilnehmer vor allem heitere Anspielungen an die Gründerjahre in der Wirtschaftswunderzeit, schwelgten die Gesprächspartner auf der Bühne keineswegs in Nostalgie: Zu den drei programmatischen Schlagworten des BDKJ – katholisch, politisch, aktiv – tauschten ehemalige Jugendseelsorger wie Weihbischof Wilhelm Zimmermann und der heutige Gelsenkirchener Stadtdechant Markus Pottbäcker oder der frühere BDKJ-Bundesvorsitzende Dirk Tänzler aus Duisburg mit Mitgliedern des BDKJ-Vorstands von 2018 Erinnerungen und aktuelle Einschätzungen aus.

Graben zwischen den kirchlichen Welten und dem Leben und Denken der meisten jungen Menschen

Zum Stichwort „katholisch“ äußert sich Generalvikar Klaus Pfeffer, der als ehemaliger Chef von St. Altfrid mit den Geburtstags-Gästen den Gottesdienst feierte, auch in der Festschrift zum Jubiläum. Junge Leute „machen auf viele innerkirchliche Defizite aufmerksam und zeigen, wie breit der Graben zwischen unseren kirchlichen Welten und dem Leben und Denken (nicht nur) der meisten jungen Menschen schon seit vielen Jahren geworden ist.“ Wer wissen wolle, „wie dieser Graben vielleicht kleiner werden könnte, sollte jungen Menschen einfach mal zuhören“, rät Pfeffer. Der gebürtige Neuenrader war als Jugendlicher Mitglied der katholischen Pfadfinderschaft St. Georg (DPSG) – ein Verband, der ihm geholfen habe „über den Tellerrand meiner kleinen sauerländischen Gemeinde hinauszublicken“. Heute weckten „die Kinder und Jugendlichen in den Verbänden des BDKJ die Hoffnung, dass es nach wie vor junge Menschen gibt, die offen für die Faszination des Christentums sind – und für eine Kirche, die bereit ist, sich von ihnen bewegen und verändern zu lassen“, so der Generalvikar.

Dabei haben die Veränderungen der Kirche im Ruhrbistum immer auch die Jugendarbeit verändert – und tun dies bis heute. So nahmen die Delegierten auf der Diözesanversammlung vor der Jubiläums-Feier ein Positionspapier an, in dem der BDKJ die große Vielfalt geistlicher Leitungskräfte in den Mitgliederverbänden beschreibt. Schon lange sind dies nicht mehr automatisch Priester – zum Beispiel Kapläne. Dies liege nicht nur daran, dass es weniger Priester gebe, „auch die Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen hat sich verändert“, heißt es in dem Papier. „Die persönliche Einstellung zur sonntäglichen Eucharistiefeier und damit der natürliche Kontakt zum Priester des Ortes“ sei heute deutlich seltener als in den Gründerjahren des Bistums. Heute seien für viele Kinder und Jugendliche „die verbandsinternen spirituellen Impulse und Gottesdienste der einzige Kontaktpunkt zum Leben aus dem Evangelium“. Einerseits unterstreiche dies die Bedeutung von geistlichen Leitungskräften, andererseits bedeute dies besondere und neue Herausforderungen für die entsprechenden Mitarbeiter auf Orts-, Stadt- und Bistumsebene der Verbände.

Simon Köcher löst Hans-Walter Henze als BDKJ-Diözesanseelsorger ab

Mit diesen Fragen wird sich im BDKJ-Diözesanvorstand künftig ein neues Vorstandsmitglied aus ganz eigenem Interesse beschäftigen: Als Nachfolger von Diakon Hans-Walter Henze wählten die Delegierten Simon Köcher als ihren neuen – hauptamtlichen – BDKJ-Diözesanseelsorger in den Vorstand. Köcher war bislang als pädagogischer Referent bei den Freiwilligendiensten im Bistum Essen tätig. Er vervollständigt den vierköpfigen BDKJ-Vorstand mit Stephanie Schulze, Christian Toussaint und dem von den Delegierten im Amt bestätigten Björn Krause.

Gemeinsam mit den Mitgliedsverbänden wird der BDKJ-Vorstand im kommenden Jahr unter anderem eine bundesweite Sozialaktion im Ruhrbistum organisieren: Vom 23. bis 26. Mai werden sich überall in Deutschland hunderttausende Jugendliche bei der „72-Stunden-Aktion“ drei Tage lang für soziale Projekte engagieren.

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