Jugendliche aus dem Ruhrbistum genießen internationale Atmosphäre in Panama

Vor dem eigentlichen Weltjugendtag in dieser Woche standen für die 40 jungen Leute aus dem Bistum Essen bei den „Tagen der Begegnung“ Gottesdienste, Sport und Ausflüge auf dem Programm.

Karibikstrand, Sport und internationale Gottesdienste – nach Umwegen und Verspätungen hat die 40-köpfige Reisegruppe aus dem Ruhrbistum beim Weltjugendtag in Panama erste ereignisreiche Tage erlebt. Mussten die jungen Leute wegen des Flughafen-Streiks am vergangenen Dienstag zunächst eine Nacht in einem Pfarrzentrum in der Rhein-Main-Region verbringen, konnten sie zwar schließlich ihren Weg über den Atlantik antreten – allerdings aufgeteilt in Kleingruppen, die auf fünf verschiedenen Routen mit unterschiedlichsten Zwischenstopps viele Stunden länger unterwegs waren.

Gemeinsam mit zehn Weltjugendtags-Pilgern der katholischen Militärseelsorge sind die jungen Leute aus dem Ruhrgebiet nun im 30 Kilometer westlich von Panama City gelegenen Chapala angekommen. „Hier sind Leute aus Kolumbien, Nicaragua, Guatemala, Costa-Rica, Panama, El Salvador – und eben wir”, berichtet die Essenenerin Susen Walter. Insgesamt sind rund 200 internationale Weltjugendtags-Gäste in der Schule untergebracht, die der Amigonianer-Orden betreibt, der unter anderem auch in Gelsenkirchen aktiv ist. Die meisten Schüler der Berufsschule haben zurzeit Ferien. „Eine Handvoll ist noch da, die nicht zurück können, weil sie keine Eltern haben oder keine Möglichkeit nach Hause zu fahren. Aber die sind alle super nett hier“, schreibt Susen Walter.

Berufsschule stellt Autokennzeichen her - auch für den Papst

In verschiedenen Werkstätten erlernen die Schüler handwerkliche Berufe wie Schlosser, Bäcker oder Lackierer – und sorgen zugleich für die Finanzierung des für die Schüler kostenlosen Schulbetriebs: Die Schule stellt alle Autokennzeichen für Panama her – auch das Autokennzeichen für das Papamobil, mit dem Papst Franziskus in dieser Woche in Panama unterwegs ist, haben die Schüler angefertigt. Und da jedes Auto in Panama jährlich ein neues Kennzeichen braucht und diese von der Schule für rund 5 Dollar an den Staat und von diesem für 30 bis 100 Dollar an die Autobesitzer verkauft werden, hat sowohl die Schule ihr Auskommen als auch der Staat. „Dieses Jahr wurde sogar ein besonderes Weltjugendtagslogo auf die Kennzeichen aufgedruckt“, hat Michael Griemens beim Schulrundgang festgestellt.

Für die Weltjugendtags-Pilger bleibt es aber nicht beim Schauen – zusammen mit den einheimischen Jugendlichen haben sie auch selbst mit angepackt und beim Renovieren einiger Schul-Räume geholfen. Und beim internationalen Sportfest ging es in Disziplinen wie Fußball, Basketball oder Cheerleading um den fröhlichen Wettkampf mit den anderen Nationen in Chapala. Natürlich gehören bei diesem großen Glaubensfest auch Gottesdienste zum Programm. Gerade bei den gemeinsamen Messen treffen die unterschiedlichen kulturellen Hintergründe der jungen Leute aus Lateinamerika und Europa mit dem gemeinsamen christlichen Glauben zusammen.

Dieser spirituelle Aspekt der Reise steht in den kommenden Tagen noch stärker im Fokus. Dann beginnt in Panama City der eigentliche Weltjugendtag. Praktisch für die jungen Erwachsenen aus dem Ruhrbistum: Chapala liegt nur eine Busfahrt vom Zentrum der Hauptstadt entfernt. Während derzeit also hunderttausende Weltjugendtags-Pilger nach den „Tagen der Begegnung“ aus anderen Städten Panamas und aus den umliegenden Ländern Mittelamerikas nach Panama City reisen, bleibt die Gruppe aus dem Ruhrbistum zusammen mit dem Team der Militärseelsorge einfach in Chapala.

Auch Bischof Overbeck kommt nach Panama

Von dort geht es nun jeden Morgen in die Hauptstadt, wo jeweils vormittags gemeinsame Glaubensgespräche und Gottesdienste mit Bischöfen auf dem Programm stehen. Auch Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck ist in Panama dabei und wird dort die Gruppe aus seinem Bistum treffen. Ab Mittwoch steigt zudem die Spannung in der Stadt: Dann wird Papst Franziskus in Panama erwartet. Nach einer ersten Begegnung und der offiziellen Eröffnung des Weltjugendtags am Donnerstagabend an der zentralen Cinta Costera, dem Küsten-Boulevard der Hauptstadt, wird er dort am Freitag mit zehntausenden Teilnehmern den Kreuzweg beten.

Den Höhepunkt des Weltjugendtags erleben die jungen Leute aus dem Ruhrgebiet dann am Samstag und Sonntag, beim zweiteiligen Abschluss-Gottesdienst mit dem Papst auf einem großen Gelände am Rande der Hauptstadt: Nach einer abendlichen Vigil-Feier mit zehntausenden Kerzen übernachten die Teilnehmer auf dem Gottesdienstgelände unter freien Himmel und feiern dort am Sonntag die Abschlussmesse mit dem Papst. Am Montag und Dienstag geht es dann – bestenfalls ohne Streik und Verspätungen – wieder zurück nach Deutschland.

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