„Ich setze mich in ein gemachtes Nest“

Mit einem Gottesdienst im Essener Dom ist am Freitag Pater Michael Josef Heinz in sein Amt als Hauptgeschäftsführer des Lateinamerika-Hilfswerks der deutschen Katholiken eingeführt worden.

Pater Heinz löst Prälat Klaschka als Adveniat-Chef ab

Stabwechsel beim Lateinamerika-Hilfswerk der deutschen Katholiken: Bei einem Gottesdienst im Essener Dom übergab am Freitag Adveniat-Hauptgeschäftsführer PrälatBernd Klaschka (70) offiziell die Leitung an seinen Nachfolger PaterMichael Josef Heinz (55). Klaschka hatte die Adveniat-Geschäftsstelle in Essen seit 2004 geführt.

An der Messe und dem anschließenden Empfang nahm neben Ruhr- und Adveniat-Bischof Franz-Josef Overbeck auch der Vorsitzende des Lateinamerikanischen Bischofsrates CELAM, Kardinal Ruben Salazar Gomez aus Kolumbien, der haitianische Kardinal Chibly Langlois und der Vorsitzende der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Ludwig Schick aus Bamberg teil.

„Adveniat ist keine Einbahnstraße von Deutschland nach Lateinamerika und in die Karibik, sondern ein Weg des Gebens und Nehmens, des Lernens und gegenseitigen Verstehens. Diesen Auftrag hat Prälat Bernd Klaschka für fast 13 Jahre mit viel priesterlichen und menschlichem Engagement sowie Kompetenz und Kraft ausgefüllt“, würdigte Overbeck den scheidenden Adveniat-Chef in seiner Predigt.

Der aus dem Saarland stammende Heinz war von 2011 bis Dezember 2016 Provinzial der Steyler Missionare in Bolivien. Insgesamt 16 Jahre verbrachte er in Nicaragua und Bolivien. Von 2000 bis 2006 organisierte er im Generalat seines Ordens in Rom Weiterbildungskurse und war an der Koordinierung der Steyler Sozialprojekte in aller Welt beteiligt. Er fühle sich bei Adveniat bereits zu Haus, betonte Pater Heinz: „Ich mache mir keine Sorgen, denn ich setze mich in ein gemachtes Nest“, lobte er augenzwinkernd den Einsatz seines Vorgängers. Klaschka übergebe ihm ein gut aufgestelltes Hilfswerk. Zudem vermittelten ihm die mehr als 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus 13 Nationen in der Essener Geschäftsstelle ein Stück seiner Heimat Lateinamerika.

Für CELAM-Präsident Kardinal Salazar ist Adveniat seit mehr als 50 Jahren „das konstante Zeugnis derSolidarität“ der deutschen Katholiken mit der lateinamerikanischen Kirche. „Noch immer leben Menschen in Elend und extremer Armut“, beschrieb der Kardinal aus Kolumbien die prekären sozialen und wirtschaftlichen Verhältnisse. Er dankte Adveniat für die liebevolle, umfassende und inspirierende Präsenz in Lateinamerika, die bis in die ärmsten und bedürftigsten Gegenden des Kontinents reiche. „Dank ihrer Hilfe können die Gemeinden selbst Prozesse einer ganzheitlichen Entwicklung und einen lebendigen Glauben aufbauen“, sagte Kardinal Salazar in Essen.

Stichwort: Adveniat

Adveniat ist das Hilfswerk der deutschen Katholiken für die Kirche Lateinamerikas. Der Name leitet sich ab von der lateinischen Vaterunser-Bitte „Adveniat regnum tuum“ („Dein Reich komme“). Das Hilfswerk wurde 1961 von der Deutschen Bischofskonferenz ins Leben gerufen und unterstützt von der Geschäftsstelle in Essen aus die Kirche vor Ort bei ihrem Einsatz für die arme Bevölkerung. Seit der Gründung erhielt das Hilfswerk nach eigenen Angaben rund 2,5 Milliarden Euro Spenden. Jährlich fördert Adveniat rund 2500 Projekte mit etwa 37 Millionen Euro.

Predigt Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck im Wortlaut (PDF):

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