Hilfswerk Missio fordert Bundeskanzlerin zu Einsatz für verfolgte Christin Asia Bibi auf

Bürger können sich mit Postkarten und E-Mails von Missio direkt an die Kanzlerin sowie an die EU-Außenbeauftragte und den pakistanischen Botschafter wenden. Die Aufhebung des Todesurteils gegen die katholische Pakistanerin in der vergangenen Woche hatte zu massiven Protesten radikaler Muslime geführt.

Die katholische Christin Asia Bibi wurde 2010 in Pakistan wegen Gotteslästerung zum Tode verurteilt

Überraschend hatte das Oberste Gericht Pakistans Bibi in der vergangenen Woche freigesprochen

Gegen das Urteil gibt es massive Proteste radikaler Muslime

Das Schicksal der Christin Asia Bibi in Pakistan ruft Forderungen nach deutscher Unterstützung hervor. Mit einer E-Mail- und Briefaktion will das katholische Hilfswerk Missio in Aachen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) dazu bewegen, sich persönlich für die Freiheit, Sicherheit und Ausreisemöglichkeiten Bibis einzusetzen.

Die Bundeskanzlerin solle gegenüber der pakistanischen Regierung unter Premierminister Imran Khan auf die dauerhafte Sicherheit von Asia Bibi, ihrer Familie und auch ihrer Unterstützer bestehen, so die Organisation am Dienstag. Eine sofortige Ausreise Bibis und ihrer Familie in ein Land ihrer Wahl müsse ebenso gewährleistet werden, wenn nötig auch mit diplomatischer oder logistischer Hilfe der Bundesregierung, so Missio. Vorlagen für E-Mails und Briefe an die Bundeskanzlerin sowie an die Außenbeauftragte der Europäischen Union, Federica Mogherini, und den pakistanischen Botschafter in Deutschland, Jauhar Saleem, können unter www.missio-hilft.de/asiabibi heruntergeladen werden.

Nachdem die deutschen Bischöfe sich bereits am Wochenende mit Hoffnung, aber auch mit großer Sorge angesichts der Lage in Paktistan geäußert hatten, begrüßte am Dienstag auch der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Aiman Mazyek, die Aufhebung des Urteils durch die höchsten pakistanischen Gerichte sowie die anschließenden Worte des neuen Premierministers. „Das Blasphemie-Gesetz dient inzwischen allenfalls einer radikalen Gruppe im Lande, die Religion für ihre machtpolitischen Ränkespiele zu instrumentalisieren versucht. Traurig aber wahr, zu viele sind dadurch zu Tode gekommen. Das darf niemals mehr passieren“, sagte Mazyek.

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, erklärte am Montagabend in seinen Social-Media-Kanälen: „Was der pakistanischen Christin Asia Bibi gegenwärtig widerfährt, ist grauenhaft. Trotz ihres Freispruchs von dem unsinnigen Vorwurf der Gotteslästerung wird sie noch immer bedroht von religiösen Fanatikern.“ Er hoffe, dass sie bald in Sicherheit sein werde.

Der menschenrechtspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Michael Brand, forderte Schutz für Bibi in Deutschland. „Obwohl die obersten Richter Asia Bibi Freiheit zugesprochen haben, ist ihr Leben jetzt auf das Höchste bedroht. Es ist Gefahr in Verzug“, sagte der Politiker. Aus dem hoffnungsvollen Urteil für mehr Religionsfreiheit sei eine „dramatische Hiobsbotschaft“ geworden. Trotz Aufhebung des Todesurteils wollten radikale Islamisten Bibi wieder in der Todeszelle sehen. „Als verfolgte Christin muss diese mutige Frau zum Schutz auch einen Platz in Deutschland finden können“, so Brand.

Asia Bibi war 2009 als erste katholische Frau in Pakistan wegen Blasphemie angeklagt und 2010 zum Tode verurteilt worden. Im Juli 2015 ordnete ein Gericht die vorläufige Aussetzung der Vollstreckung der Todesstrafe an. Das erneute Berufungsverfahren war in den vergangenen Jahren immer wieder verzögert worden. Das Oberste Gericht Pakistans sprach sie am Mittwoch überraschend frei. Dies hatte zu massiven Protesten radikaler Muslime geführt. Die pakistanische Regierung sicherte der radikalislamischen Partei TLP zuletzt zu, Asia Bibi dürfe das Land nicht verlassen. Derzeit ist sie noch weiter im Gefängnis. Nach Angaben des Hilfswerks „Kirche in Not“ in Rom hat die Familie von Asia Bibi mittlerweile Italiens Regierung um Hilfe für eine Ausreise und um Asyl gebeten.

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