von Cordula Spangenberg

Gemeinderatswahlen in bewegten Zeiten

Am kommenden Sonntag wird in 16 von 42 Pfarreien im Bistum Essen gewählt. Die meisten Pfarreien haben allerdings den Wahltermin mit Rücksicht auf den Pfarreientwicklungsprozess verschoben.

Wählen gehen: Am kommenden Wochenende, 11. und 12. November, stehen im Bistum Essen die Gemeinderatswahlen an. Allerdings wird lediglich in 16 der 42 Pfarreien im Bistum tatsächlich gewählt; 26 Pfarreien haben sich entschieden, die Wahl um ein Jahr auf den 17. und 18. November 2018 zu verschieben. Denn in diesen Pfarreien möchte man wenige Wochen vor Einreichung der Voten für den Pfarreientwicklungsprozess im Bistum Essen nicht die Gremienvertreter auswechseln, sondern im kommenden Jahr lieber mit neu abgestimmten pastoralen und wirtschaftlichen Perspektiven und frisch gewählten Gremien durchstarten.

„Jetzt staubt’s!“ nennen die katholischen Bistümer in Nordrhein-Westfalen ihre diesjährige Wahlkampagne für die pastoralen Mitbestimmungsgremien und nehmen damit die aktuelle Umbruchsituation der Kirche aufs Korn. In manchen Gemeinden setzt der Pfarreiprozess viel Motivation frei, so dass eine überraschend hohe Zahl an Kandidaten sich zur Wahl aufstellen ließ. „Aber auch die Räte, die ihren vierjährigen Einsatz in einer arbeitsreichen Dekade nun zugunsten einer Wahlverschiebung um ein weiteres Jahr verlängern, haben dafür besondere Anerkennung verdient“, sagt Anja Petrick, Referentin für pastorale Verantwortungsgremien im Bistum Essen. Neben den grundlegenden Entscheidungen, die bis Ende dieses Jahres im Pfarreiprozess für die Zukunft der Kirche vor Ort gefällt werden, müssen alle Räte – ob sie die Wahl verschoben haben oder am Sonntag wählen – außerdem klären, in welcher Form die Gremien in der Großpfarrei und ihrer Gemeinden künftig gewählt werden und arbeiten sollen.

„Die Pfarreien haben viele Freiheiten, ihre neue Organisationsform selbst zu bestimmen“, erklärt Petrick. Entweder wählen sie wie bisher Räte für jede einzelne Gemeinde, die anschließend Vertreter in den übergeordneten Pfarrgemeinderat entsenden. Oder man ändert die Wahlordnung und wählt künftig direkt aus den Gemeinden heraus den Pfarrgemeinderat, der dann Ansprechpartner oder ganze Ausschüsse in den Gemeinden benennt – je nachdem, wie viele Menschen man dafür gewinnen kann, als Laienvertreter Verantwortung für das kirchliche Leben vor Ort zu übernehmen. „Glaube ohne Bewegung ist tot“, fasst Petrick die Motivation vieler Katholiken zusammen, sich per Wahl oder Amt am Leben der Kirche in der Gemeinde und im Stadtteil zu beteiligen.

In St. Peter und Paul in Hattingen hatte man sich bereits 2013 für die direkte Pfarrgemeinderatswahl entschieden. „Direkt wählen schafft mehr Akzeptanz“ hat Petrick aus Hattingen als Feedback mitgenommen. Diesen Weg gehen am Sonntag nun auch St. Cyriakus in Bottrop, St. Hippolytus in Gelsenkirchen, St. Lamberti in Gladbeck und St. Michael in Werdohl. Die anderen Pfarreien wählen wieder einen Gemeinderat.

Gewählt wird am Wochenende hier:

·         Bochum: St. Peter und Paul, St. Franziskus, St. Marien in Stiepel, St. Gertrud von Brabant in Wattenscheid

·         Bottrop: St. Cyriakus

·         Essen: St. Gertrud, St. Lambertus, St. Josef Ruhrhalbinsel

·         Gelsenkirchen: St. Hippolytus

·         Gladbeck: St. Lamberti

·         Halver: Christus König

·         Hattingen: Peter und Paul

·         Meinerzhagen: St. Maria Immaculata

·         Oberhausen: St. Pankratius

·         Schwelm: St. Marien

·         Werdohl: St. Michael

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