Fronleichnam: Demonstration der Gegenwart Gottes

Mit einem feierlichen Gottesdienst auf dem festlich geschmückten Burgplatz und der anschließenden traditionsreichen Prozession durch die Innenstadt feierten die Essener Katholiken das Fronleichnamsfest.

Tausende Katholiken feierten mir Ruhrbischof Overbeck das Fronleichnamsfest

Mit einem feierlichen Gottesdienst auf dem festlich geschmückten Burgplatz und der anschließenden traditionsreichen Prozession durch die Innenstadt feierten die Essener Katholiken das Fronleichnamsfest.

Für Ruhrbischof Dr. Franz-Josef Overbeck ist Fronleichnam nicht nur „eine Demonstration der Gegenwart Gottes für alle Menschen“. „Die Prozession mit dem Allerheiligsten ist auch eine Provokation für uns Katholiken, uns ganz von Gott her für die Welt zu verstehen und zugleich eine Provokation für alle Menschen, dass Gottes Gegenwart überall ist“, betonte er in seiner Predigt.

„Die Eucharistie, die wir heute feiern und die Monstranz mit dem Leib Christi, die wir durch die Stadt tragen zeigen“, so Overbeck, dass Glaube und Vernunft nicht teilbar seien. Der Glaube bezeuge, dass Gott größer sei als all unser Denken und darum auch Wandlungskräfte über das Maß menschlicher Vorstellung hinaus besitze. Die Vernunft lehre, mit dem Möglichkeiten des Menschseins, des Denkens und Handelns bescheiden zu sein und dem Glauben Größe zuzubilligen. Dies sei auch für die Kirche gerade mit Blick auf den im Ruhrbistum begonnenen Dialogprozess wichtig. „Alles, was wir denken, sagen und glauben, hat sich dem Geheimnis der Gegenwart Christi für Kirche und Welt zu stellen. Das ist das kritische Maß für alles, was wir gemeinsam tun und auch zum Wohl des Bistums entscheiden werden.“

Zu den „großenGefährdungen vieler Menschen“ gehöre es, dass sie unfähig seien, sich mit dem Unvollkommenen der menschlichen Dinge anzufreunden, sagte der Bischof. Ein zwar oft verständliches aber gefährliches Verlangen nach absolutem Glück, könne der Feind des Guten im Alltäglichen sein. Ein Zeichen dafür sei, dass viele den Strukturen dieser Welt, auch der Kirche, mehr zuzutrauen scheinen, als der Ethik, der Moral und der Haltung des Menschen. Overbeck: „Als Kirche zeigt uns dies, dass wir uns auf einer neuen Wegetappe unserer Geschichte durch die Zeiten befinden, die neu von einer inneren Verbundenheit mit Gott und so mit den Menschen zu kennzeichnen ist.

Was immer wir an sinnvollen Strukturen entwickeln, sie müssen immer getragen und gefüllt werden von einem gesunden geistlichen Kern der Gottesbeziehung und Menschenzuneigung.“ Es müsse immer wieder um den lebendigen Gott in Christus gehen, um ein Hören auf ihn und zugleich um das Bewusstsein, ihn zu den Menschen und in die Welt zu tragen, um das nötige Gerüst zu bauen, dass für die Kirche und für die Präsenz der Christen in der Gesellschaft notwendig sei. Overbeck: „Das Ethos, die Haltung, das Geistige ist das Tragende, die Strukturen sind das Brüchige.“ Dies sei in der Kirche ebenso immer erfahrbar wie in der Welt. „Alles Unvollkommene ruft nach dem Beständigen, nach Gott, der trägt und stützt. In der Eucharistie, die uns wandlungsfähig macht, ist Gott präsent.“

Für ein farbenfrohes Bild während der Prozession sorgten wieder die muttersprachlichen Gemeinden aus dem gesamten Ruhrbistum. Traditionell waren unter anderem Italiener, Portugiesen, Kroaten, Spanier, Slowenen, Polen, Ungarn und Koreaner in ihren typischen Landestrachten erschienen und sangen während der Prozession Lieder in ihrer jeweiligen Muttersprache. Auch die Eucharistischen Ehrengarden der Stadt, Ritter des Malteserordens und des Ordens vom Heiligen Grab, sowie Vertreter der Sudentenverbindungen nahmen an der Fronleichnamsfeier in großer Zahl teil. 

Die Essener Stadtprozession blickt auf eine lange Geschichte zurück. Bereits im 14. Jahrhundert lassen sich Fronleichnamsprozessionen auf dem Essener Stadtgebiet nachweisen. Nach einer Unterbrechung im Zweiten Weltkrieg zogen bereits 1946, als die Stadt noch in Trümmern lag, wieder Essener Katholiken durch ihre Stadt. Eine neue Bedeutung erhielt die Stadtprozession, als Essen 1958 zum Bischofssitz erhoben wurde. (ul)

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