von Thomas Rünker

Essener Kita-Kinder überraschen Moderator Guido Cantz

Sechs Jungen und Mädchen aus der Essener Kita St. Ludgerus sangen mit dem Comedian bei Radio Essen ein Halleluja. Im Interview spircht Cantz über seine Vergangenheit als Messdiener und seine Sicht auf die Kirche von heute

Mit einem lauten „Hallo Guido“ haben am Mittwoch sechs Kinder aus der katholischen Kindertagesstätte St. Ludgerus in Essen-Rüttenscheid den TV-Moderator und Comedian Guido Cantz überrascht. Das Team von Radio Essen hatte die Gruppe aus der Einrichtung des Kita-Zweckverbands im Bistum Essen als Überraschungsgast für ihren „Promi-Praktikanten“ Cantz heimlich ins Studio eingeladen – und so wurde Cantz mitten im Studio-Gespräch mit Moderator Timm Schröder von den Fünf- und Sechsjährigen überrumpelt. Schröder verwies auf Cantz‘ Vergangenheit als Messdiener und schlug vor, mit den Kindern ein Halleluja anzustimmen – doch Cantz fühlte sich zunächst auf dem Terrain des Kinderlieds „Alle Leut‘, alle Leut‘, geh’n jetzt nach Haus‘“ sicherer. „Das kenn ich von meinem Sohn Paul“, sagte Cantz. Doch den Kita-Kindern war es eher unbekannt. Ganz anders als die Halleluja-Melodie, die Schröder dann aus dem Hintergrund anstimmte, so dass Cantz und die Kinder schließlich doch noch ein kräftiges Halleluja über den Essener Äther schickten.

Nicht nur die Kinder, auch der „Verstehen Sie Spaß“-Moderator war von der Überraschung begeistert. „Kinder sind ehrlich, die sagen auch, wenn’s mal nicht so gut war“, so Cantz. Gut gefallen hat der Radio-Auftritt Nick, Eloa, Jakob, Moritz, Emma und Lukas auf jeden Fall. „Aber es war so kurz!“, reklamierten die sechs aus der Kita St. Ludgerus. Immerhin gab‘s zum Abschluss noch ein Gruppenfoto mit Guido Cantz – „ein ordentliches und ein Quatsch-Foto“, forderte der Comedian.

Anschließend sprach der 45-Jährige im Interview mit bistum-essen.de über seinen Weg vom Messdiener zum Entertainer und seine Sicht auf die katholische Kirche:

Guido Cantz, Sie feiern in diesem Jahr ihr 25-jähriges Bühnenjubiläum – wie wird man als Messdiener zum Comedian?

Als ich nach der Erstkommunion Messdiener wurde, war ich ganz begeistert von dem ersten Hochamt, bei dem ich damals mitmachen durfte. Ich hab als kleiner Kerzenträger angefangen – und es gab eine Choreografie, Weihrauch, Musik, viel Publikum… Da hatte man schon eine Gänsehaut. Wenn die katholische Kirche etwas versteht, dann ist es, etwas zu inszenieren, zu feiern. Und ich glaube schon, dass mich das damals sehr geprägt hat.

Für das Plakat ihrer aktuelle Bühnenshow (unter anderem am 19.5. in der Essener „Dampfe“) posieren sie als Engel mit Flügeln und gefalteten Händen – mit welchem Hintergrund?

Dieses Bild hat sich angeboten, weil ich eben auch auf der Bühne gern von der Kirche erzähle. Manchmal muss man sich ja heute schon rechtfertigen, in die Kirche zu gehen, aber ich finde das gut und nicht uncool. Außerdem haben wir ja das Luther-Jahr, da kann ich im Programm dann gleich auch über die Konkurrenz sprechen. Zumal mein Vorfahre Kaspar Cantz ja auch ein Reformator war. So erzähle ich in meinem Programm auch über die derzeit meistverkaufte Playmobil-Figur: Martin Luther. Übrigens eine Figur, der man direkt ansieht, dass sie protestantisch ist: Sie kann nämlich nicht knien.

Was empfehlen Sie als Entertainer den Kirchen, um für die Menschen wieder attraktiver zu werden?

In unserer Gemeinde haben wir einen Pastor, der schon sehr lange bei uns ist, und der es immer noch schafft, Menschen zu motivieren. Insgesamt muss die Kirche moderner werden, auch in ihren Ansichten. Bei uns wird in der Kirche auch mal geklatscht! Das ist doch auch kein Raum, in dem man sich nicht freuen darf. Wichtig ist, dass Familien da gerne hinkommen. Wir nehmen unseren Sohn immer mit in die Kirche. Da gibt es alle vier Wochen einen Familien-Wortgottesdienst, den meine Frau mit vorbereitet, und bei dem auch die Kinder aktiv mitmachen können.

Und die Erwachsenen?

In Zeiten, wo alle nur noch auf das Internet achten und auf ihr Smartphone schauen, tut doch mal ein Raum gut, in dem man das Telefon ausschalten soll und dann mal anderthalb Stunden lang ein bisschen zu sich selbst findet.

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