von Thomas Rünker

„Es gibt keinen Jugendlichen, der nichts kann“

Bei der bundesweiten „Josefstag“-Veranstaltung in Duisburg-Bruckhausen würdigte Jugendbischof Stefan Oster das Engagement der katholischen Jugendberufshilfe und Jugendsozialarbeit.

„Eine/r von uns – Gemeinsam für ein buntes Land“

Der Oberbürgermeister repariert ein Fahrrad, der Generalvikar sägt einen Schlüsselanhänger und der Jugendbischof „pflanzt“ einen Holzbaum im Maßstab 1:500 – beim „Josefstag“ in der Duisburger „Werkkiste“ konnten die Besucher aus Politik und Kirche am Montag sehr anschaulich die Arbeit der Jugendberufshilfe kennenlernen. Zum elften Mal hatten die bundesweiten Träger der katholischen Jugendberufshilfe und -sozialarbeit am Fest des Heiligen Josef zu einem Aktionstag eingeladen, um die Unterstützung benachteiligter Jugendlicher auf dem Weg ins Berufsleben zu präsentieren. Dass die Veranstaltung in diesem Jahr erstmals im Ruhrbistum zu Gast war, freute den Essener Generalvikar Klaus Pfeffer. „Hier ist Kirche mit der ,Werkkiste‘ sehr präsent“, sagte der frühere Duisburger Jugendseelsorger mit Blick auf den Standort der Werkstätten im Schatten der Liebfrauen-Kirche, mitten im Duisburger Problemquartier Bruckhausen. Auch Duisburgs Oberbürgermeister Sören Link (SPD) betonte die Bedeutung des kirchlichen Engagements für benachteiligte junge Leute. „Wenn man am gesellschaftlichen Leben nicht teilhaben kann, haben wir als Gesellschaft ein Problem“, stellte Link fest und dankte der „Werkkiste“: „Es ist gut, dass die katholische Kirche dagegen tätig ist und jungen Leuten einen Platz in der Gesellschaft anbietet“.

Beim Schnupperpraktikum in der Werkstatt und an Informationsständen in der Kirche konnten die Gäste die verschiedenen Angebote der „Werkkiste“ und der zahlreichen anderen Einrichtungen der Jugendberufshilfe im Bistum Essen kennenlernen. Allein in der „Werkkiste“ begleiten derzeit rund 60 Mitarbeiter etwa 700 junge Menschen in Ausbildung und berufsvorbereitenden Programmen. Weitere 1500 Jugendliche werden in Berufsschulen unterstützt. Wie hier geht es in allen Einrichtungen der Jugendberufshilfe darum, Jugendlichen Orientierung bei der Berufsfindung zu geben und sie entweder bei einer regulären Ausbildung zu unterstützen oder über eine Qualifikation in den Einrichtungen selbst den Weg in den Arbeitsmarkt zu ebnen.

„Ich bin sehr begeistert von dem, was hier passiert“, sagte Jugendbischof Stefan Oster, der aus Passau in den Duisburger Norden gekommen war. „Ich freue mich, dass junge Menschen hier die Gelegenheit bekommen, in die Gesellschaft finden zu können.“ Oster betonte: „Es gibt keinen Jugendlichen, der nichts kann.“ Jeder Jugendliche sei einzigartig – und die Christen glaubten an einen Gott, „der will, dass die Einzigartigkeit jedes Menschen zum Vorschein kommt“. Das werde auch im Motto des diesjährigen „Josefstags“ deutlich: „Eine/r von uns – Gemeinsam für ein buntes Land“. Vertreter von Politik und Kirche müssten „alle miteinander dafür eintreten, dass kein Jugendlicher ausgegrenzt wird“. Jeder Jugendliche müsse vielmehr erleben: „Ich kann etwas – und ich kann meinen Beitrag leisten“, forderte Oster.

Stichwort Josefstag

Jährlich am 19. März feiert die katholische Kirche den Heiligen Josef. Weil der Bräutigam der Gottesmutter Maria als Schutzpatron der Arbeiter und der Jugendlichen gilt, machen die Träger der Jugendberufshilfe und Jugendsozialarbeit rund um diesen Termin auf die besonderen Probleme aufmerksam, benachteiligte Jugendliche in Ausbildung und Arbeit zu bringen. Neben der zentralen Veranstaltung – in diesem Jahr in Duisburg – gibt es bundesweit zahlreiche weitere Angebote. Der „Josefstag“ wird veranstaltet von der Initiative „Arbeit für alle“ des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend, der Bundesarbeitsgemeinschaft Katholischer Jugendsozialarbeit und der Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz.

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