„Ein kantiger Priester und Bischof, geprägt von einer innigen Frömmigkeit“

Ruhrbischof Dr. Franz-Josef Overbeck würdigt den verstorbenen früheren Kölner Erzbischof Kardinal Joachim Meisner.

Im Bistum Essen trauern wir um den früheren Kölner Erzbischof Kardinal Joachim Meisner, der am Mittwoch im Alter von 83 Jahren gestorben ist. Meisner war ein kantiger Priester und Bischof, der stets tief von einer innigen Frömmigkeit geprägt gewesen ist. Der am ersten Weihnachtstag 1933 in der Nähe von Breslau geborene und in der DDR aufgewachsene Meisner war von 1989 bis 2014 Erzbischof von Köln und damit Metropolit der Kirchenprovinz, zu der auch unser Ruhrbistum gehört.

Die intensive Diaspora-Erfahrung in Ostdeutschland und die offene Kirchenfeindschaft des politischen Systems in der DDR haben Meisners persönlichen Glauben und sein politisches Handeln als Erzbischof tief beeinflusst. Zugleich war Meisner vor seiner Zeit in Köln als Weihbischof in Erfurt und Bischof von Berlin Zeuge und Mitgestalter unglaublicher und geschichtlich nicht vorhersehbarer Umwälzungsprozesse. Dabei sind Meisner die Festigkeit seines Glaubens, die Bestimmtheit der Kirchlichkeit – gerade des bischöflichen Tuns, die Verbundenheit mit dem Papst und die Klarheit der kirchlichen Lehre stets besondere Anliegen gewesen. Als katholischer Militärbischof erinnere ich mich zudem mit Dankbarkeit an Meisners große Sympathie und Unterstützung für die Militärseelsorge.

Hier in Essen hat Meisner nicht nur mich, sondern auch meine beiden Vorgänger Hubert Luthe und Felix Genn als Bischöfe von Essen eingeführt. Zudem hat er meinen ersten Vorgänger im Amt des Ruhrbischofs, Kardinal Franz Hengsbach, und zuletzt 2014 auch Bischof Hubert Luthe gemeinsam mit den Essenern zu Grabe getragen.

Ich werde für Kardinal Meisner beten und lade auch die Katholiken im Bistum Essen ein, des Verstorbenen im Gebet zu gedenken.

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