von Thomas Rünker

Ein Kämpfer und Markenzeichen des Ruhrbistums

Mit zahlreichen Gläubigen und Ehrengästen hat Weihbischof Franz-Josef Grave am Wochenende seinen 85. Geburtstag gefeiert. Bischof Overbeck würdigte ihn als Hirten mit einem „Herz für die Arbeit, für die kleinen Leute – und auch die großen“.

Ein „Markenzeichen“ des Ruhrbistums nannte Bischof Franz-Josef Overbeck am Wochenende den emeritierten Weihbischof Franz Grave, der am Samstag 85 Jahre alt geworden ist. Grave sei ein „Hirte, kantig und mit einem Herz für das Ruhrgebiet, für Kohle und Stahl, für die Arbeit, für die kleinen Leute – und auch die großen“, sagte der Ruhrbischof am Sonntag in der Mülheimer Kirche St. Mariae Geburt. Die Gemeinde, in der Grave seit seiner Emeritierung als „Pastor im Ruhestand“ tätig ist, war am Vormittag besonders zahlreich in den Gottesdienst gekommen, um dem Jubilar – gemeinsam mit Bischof Overbeck und zahlreichen Ehrengästen aus Kirche und Gesellschaft – zu gratulieren.

Ein Lebensbogen von Essen-Frohnhausen bis nach Lateinamerika

In seiner Predigt zeichnete Overbeck den Lebensweg des Essener Geistlichen nach – von der Priesterweihe ein Jahr nach der Gründung des Ruhrbistums über den frühen Kontakt mit den Sorgen und Nöten der Industriearbeiter im Revier, die kirchlichen Umstrukturierungen in Folge des Zweiten Vatikanischen Konzils, die Grave als Leiter des Seelsorgeamtes beschäftigten, bis hin zu seinem intensiven Lateinamerika-Engagement als „Adveniat“-Bischof. „Der Bogen spannt sich von Essen-Frohnhausen bis nach Lateinamerika, von Duisburg-Beeck bis ins märkische Sauerland und von der Seelsorge an einzelnen und ihren Nöten bis hin zur konkreten Bewältigung weltkirchlicher Anliegen und Problemanzeigen“, beschrieb Overbeck das vielfältige Leben des Jubilars. Grave sei „ein Sozialbischof, dem das „Glück Auf!“ der Bergleute nicht ein Erinnerungszeichen an vergangene Arbeitswelten ist, sondern lebendiger Ausdruck für die Würde des Menschen, der mit seiner Hände Arbeit, verbunden mit allem Risiko, seinen Lebensunterhalt und den seiner Familie verdient und sich dabei den Wertmaßstäben eines kirchlichen Glaubens verpflichtet weiß“, würdigte der Ruhrbischof Graves Einsatz für die Bergleute und die Stahlarbeiter im Revier.

„Unermüdlich fleißig und furchtlos“

Dass Grave sich im Ruhestand mitnichten zur Ruhe setzt erleben nicht nur die Katholiken in Mülheim, für die Grave einer ihrer Pastöre ist – davon profitiert auch Bischof Overbeck: Grave sei für ihn „immer wieder Helfer in verschiedenen Aufgaben, die uns gesellschaftspolitisch und pastoral bewegen und viele Kontakte mit den Unternehmen und wirtschaftlichen Realitäten in der Ruhrregion knüpfen lassen, wie auch mit der Weltkirche, die sich durch Lateinamerika und die Karibik über „Adveniat“ ergeben“, hob Overbeck hervor. Grave sei „unermüdlich fleißig und furchtlos, er ist kirchlich und weltlich, aufmerksam und energisch“ – und dies trotz zunehmender gesundheitlicher Einschränkungen. Grave lasse sich „nicht niederdrücken“, betonte Overbeck. „Es bleibt aufrecht und ist ein Kämpfer.“

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