„Die Ruhrregion steht vor immensen Zukunftsaufgaben“

In seiner Weihnachtsbotschaft erinnert Bischof Overbeck an gewachsene Stärken des Ruhrgebietes und die Lebensleistung der Bergleute: "Wer Zukunft will, muss seine Vergangenheit kennen, die Gegenwart lieben und nach vorne gehen.“

Dankbarkeit für die Lebensleistung vieler Bergleute und ihrer Familien ebenso wie respektvolles Erinnern an die Mühen und Opfer, die der Steinkohlebergbau der Region gebracht hat, stehen im Mittelpunkt der Weihnachtsbotschaft 2018 von Ruhrbischof Dr. Franz-Josef Overbeck. „Wer Zukunft will, muss seine Vergangenheit kennen, die Gegenwart lieben und nach vorne gehen“, sagte der Bischof in der Heiligen Nacht im Essener Dom.

In seiner Predigt erinnerte Overbeck an seine eigene letzte Grubenfahrt Ende November 2018 auf der Zeche Prosper Haniel in Bottrop, wo in 1.200 Metern Tiefe zu diesem Zeitpunkt bereits keine Kohle mehr abgebaut wurde und infolgedessen kühle Luft, ein sauberes Gesicht und weiße Kleidung darauf hinwiesen: Der Steinkohlebergbau ist zu Ende gegangen, eine wichtige Lebensader im Ruhrbistum versiegt. „Ein solches Ende muss erlebt werden, damit wirklich die Bereitschaft zu Neuem wächst“, sagte Overbeck. Ihn selbst und viele andere Menschen beschlichen bei diesem Abschied Gefühle von Trauer, Endgültigkeit, Melancholie und großer Nachdenklichkeit angesichts der zu Ende gehenden Epoche. Die Traditionen der Bergleute würden zwar noch eine gewisse Zeit weiterwirken, sich jedoch auf Dauer nicht verstetigen lassen. Overbeck verwies aber auch auf die gewachsenen Stärken der Ruhrregion in Fragen des solidarischen Miteinanders, die in der digitalen und globalisierten Welt ein neues Gesicht erhalten müssten: „Für die Gegenwart und Zukunft bleiben immense Aufgaben.“

Vor einem ähnlich brisanten Übergang in eine neue Zeit, wie die Ruhrregion sie durchläuft, sieht Overbeck derzeit die Kirche. Angesichts des unglaublichen Skandals des sexuellen Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen durch Geistliche sei auch hier eine alte Zeit unwiderruflich zu Ende gegangen, ein deutlicher Aufbruch stehe nun an. Allerdings, so Overbeck: „Das Neue fällt nicht einfach vom Himmel; es wächst von unten und wird unter Schmerzen geboren.“ Für den gesellschaftlichen Umbruch ebenso wie für die Kirche wünscht Overbeck sich künftig Verlässlichkeit, Treue, Solidarität, Klugheit und Gerechtigkeit.

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