von Thomas Rünker

„Die Kirche ist und bleibt eine Großbaustelle“

Bischof Franz-Josef Overbeck hat im Essener Dom vier Männer aus Duisburg, Bochum und Essen zu Ständigen Diakonen geweiht. Künftig sind sie in der Seelsorge ihrer Pfarreien tätig, behalten aber ihren zivilen Beruf bei.

In einem feierlichen Gottesdienst im Essener Dom hat Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck am Samstag vier Männer zu Ständigen Diakonen geweiht. Mit dieser Weihe haben Stefan Back aus Bochum, Uwe Göritz und Thorsten Schrüllkamp aus Essen sowie Peter Sommer aus Duisburg die Beauftragung zur Seelsorge erhalten. Anders als angehende Priester, für die die Diakonenweihe eine Zwischenstufe auf dem Weg zum Priesteramt ist, üben die vier neuen Ständige Diakone ihr Kirchenamt künftig neben ihrem Beruf und ihrer Familie aus.

Bischof: Auf die Fundamente der Kirche besinnen

In seiner Predigt erinnerte Bischof Overbeck an die Situation der ersten Christen, wie sie in der Bibel beschrieben ist – eine Ur-Kirche mit vielen Konflikten, "die den unseren mehr ähneln, als vielen gewiss ist“, so Overbeck. Er warb dafür, in den aktuellen Diskussionen über die Organisation und Ausrichtung der Kirche sich immer wieder auch an den Ursprüngen, den „Fundamenten“ der Kirche zu orientieren. „Die Kirche ist und bleibt eine Großbaustelle, weil konkret gelebter Glaube und attraktive Verkündigung immer zusammengehören, weil die Welt unsere Chance ist und nicht die Abgeschlossenheit, weil wir Christen nicht eine kleine Sondergruppe bilden, sondern als Alternative für die Welt auftreten“, stellte der Bischof klar.

Der durch die Weihe an die vier Diakone übertragene Dienst zeige „verbindlich und symbolisch zugleich, was für jeden Christen Auftrag ist: Christus in die Welt zu tragen, indem wir konkret den Menschen nahe sind“, sagte Overbeck. Neben dem Dienst an Armen und Bedürftigen gehöre „das Versprechen um das beständige Gebet für die anderen“ zur Diakonenweihe. „Hier wird konkret gelebter Glaube als Weg in die Tiefe beschrieben, eben als wahre Alternative für eine Welt, die oft an der Oberfläche bleibt.“

Unterstützung in der Seelsorge ihrer Pfarreien

Künftig werden die vier Diakone in der Seelsorge ihrer Pfarreien mithelfen. In dieser Funktion stehen sie Menschen in Not bei, leiten Taufen, Beerdigungen und Wortgottesdienste, predigen in der Messe und übernehmen verantwortlich die Katechese – also die Vorbereitung von Kindern, Jugendlichen und Familien auf Erstkommunion, Firmung oder Taufe. Bei all dem behalten sie ihren Hauptberuf bei. Alle vier Diakone werden künftig in den Pfarreien eingesetzt, in denen sie zu Hause sind: Der Finanzbeamte Peter Sommer (57) in der Karmelgemeinde im Duisburger Innenhafen, der Bistums-Angestellte Stefan Back (49) in der Bochumer Propsteipfarrei St. Peter und Paul, der Krankenpfleger Thorsten Schrüllkamp (45) in der Essener Pfarrei St. Dionysius und der Wirtschaftsjurist Uwe Göritz in der Essener Pfarrei St. Laurentius.

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