Den Kreislauf des Bösen durchbrechen

Ruhrbischof Overbeck feierte mit den Gläubigen das Heilig-Blut-Fest auf der Bodensee-Insel Reichenau

Um dem Kreislauf immer wieder vergossenen Blutes, von Gewalt, Kriegen und terroristischen Anschlägen ein Ende zu bereiten, könne der christliche Glaube seinen Teil beitragen, sagte Ruhrbischof Dr. Franz-Josef Overbeck anlässlich des Heilig-Blut-Festes auf der Bodensee-Insel Reichenau. „Blutgetränkte Erde ist Ausdruck missbrauchter Freiheit, ist Ausdruck von Sünde und Schuld“, sagte Overbeck im Festgottesdienst. Die christliche Antwort darauf seien Liebe und die Zuversicht, dass das Gute den Kreislauf des Bösen durchbrechen und die Erde verwandeln könne.

Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr leisteten einen Dienst für den Frieden, sagte der Essener Bischof, der auch das Amt des Katholischen Militärbischofs ausübt. Der unbedingte Friedenswille müsse jedoch realistisch genug sein zu wissen, „dass nicht wenige Gewalttäter dieser Erde nur dann von der Gewalt lassen, wenn sie echte Gegengewalt fürchten müssen.“

Das Heilig-Blut-Fest wird auf der Reichenau als höchster katholischer Feiertag jeweils am Montag nach dem Dreifaltigkeits-Sonntag Anfang Juni begangen. Verehrt wird hier seit dem Jahr 925 n.Chr. ein kleines byzantinisches Abt-Kreuz, das im Innern nach der Überlieferung blutgetränkte Erde von Golgota, einen Splitter vom Kreuz Christi und ein Seidentuch enthält, das mit dem Blut Christi getränkt sein soll. Nach dem Festgottesdienst mit Prozession am Morgen wird die Reliquie am Nachmittag nach einer Andacht den Gläubigen zur Berührung oder zum Kuss gereicht.

Die Reliquienverehrung spielt in der katholischen Kirche nach wie vor eine große Rolle. In fast jeder Kirche befindet sich im Altar eine Heiligen-Reliquie, weil die Christen der Frühzeit ihre Gotteshäuser über den Gräbern der Märtyrer errichtet hatten. Ob Reliquien nachweisbar „echt“ sind oder nicht, spielt für deren Verehrung eine nebensächliche Rolle, da sie keine magische Wirkung haben, sondern die emotionale Verbindung des Gläubigen zu Gott und den Heiligen stärken sollen.

Predigt Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck im Wortlaut

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