von Cordula Spangenberg

Das ganze Leben Gott weihen

Bischof Overbeck weiht am 25. November vier verheiratete Männer aus Bochum, Essen und Duisburg zu Ständigen Diakonen. Sie üben ihr Amt zusätzlich zu Beruf und Familie aus.

In einem feierlichen Gottesdienst im Essener Dom wird Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck am Samstag, 25. November, um 10.00 Uhr vier Familienväter zu Ständigen Diakonen weihen. Mit ihrer Weihe erhalten Stefan Back aus Bochum, Uwe Göritz aus Essen, Thorsten Schrüllkamp aus Essen und Peter Sommer aus Duisburg die Beauftragung zur Seelsorge in der katholischen Kirche. Anders als Priesteramtskandidaten, für die die Diakonenweihe eine Zwischenstufe auf dem Weg zum Priesteramt ist, üben sie als Ständige Diakone mit Zivilberuf ihr neues Kirchenamt neben ihrer Berufstätigkeit und der Familie aus. Aufgabe der vier Weihekandidaten wird es künftig sein, in der Seelsorge der Pfarrei mitzuhelfen. In dieser Funktion stehen sie Menschen in Not bei, leiten Taufen, Beerdigungen und Wortgottesdienste, predigen in der Messe und übernehmen verantwortlich die Katechese - also die Vorbereitung von Kindern, Jugendlichen und Familien auf Erstkommunion, Firmung oder Taufe. Bei all dem behalten sie ihren Hauptberuf bei. In welchen Pfarreien sie künftig wirken, wird am Samstagmorgen während der Feier im Essener Dom verkündet.

Vier Jahre lang haben sich die Männer auf ihre Weihe vorbereitet und dazu jedes zweite Wochenende im Diakoneninstitut Köln gemeinsam mit den Weiheanwärtern der Diözesen Aachen und Köln theologische Grundlagen studiert. Nach der Weihe ist die Ausbildung noch nicht beendet: Zwei weitere Jahre geht es im Pastoralkurs um das Predigen und die Sakramentenspendung. Weil das alles neben dem Hauptberuf und dem Familienleben laufen muss, werden die Ehefrauen der künftigen Diakone im Laufe der Ausbildung dreimal um ihr Einverständnis gebeten.

Peter Sommer (57) gehört zur Karmelgemeinde „Mutter vom guten Rat“ im Duisburger Innenhafen und lebt dort mit seiner Frau in der Karmel-Kommunität, einer Lebensgemeinschaft mit religiöser Ausrichtung. Seit über 20 Jahren praktiziert er Zen-Kontemplation, eine Gebetsform, die christliche und buddhistische Traditionen verbindet, und begleitet als Zen-Lehrer Exerzitien im Alltag. Seinen Schwerpunkt als Diakon sieht der Finanzbeamte vor allem in Liturgie und Spiritualität. Seine Erwartung: „Die Weihe ändert nicht den Umgang der Menschen mit mir. Aber bei mir wird sich etwas ändern. Ich möchte mein ganzes Leben Gott weihen.“

Stefan Back (49) steht als Bischöflicher Beauftragter für ältere und kranke Priester, Diakone sowie pastorale Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bereits im Dienst des Bistums Essen, außerdem ist er in Hattingen/Schwelm in der Gemeindecaritas tätig. Back stammt aus der Pfarrei St. Peter und Paul in Bochum. In den ersten Berufsjahren arbeitete der studierte Sozialarbeiter in der Suchtberatung und als Jugendpfleger, jedoch „mir fehlte das Geistliche“. Schon in der Vorbereitung auf die Diakonenweihe ist ihm die „mitbrüderliche Verbundenheit“ wichtig geworden, wie sie sich etwa im Beten des Stundenbuches zeigt, des Gebetbuches für katholische Priester und Diakone.

Auch Thorsten Schrüllkamp (45) hat in seinem Beruf engen Kontakt zu Menschen. In der ambulanten Intensiv- und Beatmungspflege leistet der Krankenpfleger zwölfstündige Tag- und Nachtdienste. Vor elf Jahren habe er ein „Berufungserlebnis“ gehabt in einer Zeit, in der er sich im Blick auf seine Gemeinde St. Dionysius in Essen eher als Konsument ohne besonderes Engagement gesehen habe, berichtet der zweifache Familienvater: „Der Ruf war bohrend und hörte nicht auf.“ Als Diakon hofft er nun seinen Platz gefunden zu haben. „Ich möchte Sprachrohr zwischen Gemeinde und Seelsorgern sein, an die Ränder der Gesellschaft gehen“, sagt Schrüllkamp. Wenn es den Kontakt erleichtere, würde er dafür auch das Kollarhemd der Kleriker tragen.

„Wenn ich von meiner Berufung spreche, rede ich von Mosaiksteinen“, sagt Uwe Göritz (48) aus der Pfarrei St. Laurentius in Essen. Mit 24 Jahren erkrankte er an Leukämie und musste zwei Jahre fast ausschließlich im Krankenhaus verbringen. Nach der Heilung stürzte er sich ins Leben. Sein Engagement in der Kinderkrebshilfe brachte dem Familienvater „ganz andere Perspektiven auf das Leben“. Schließlich begann der Sparkassenkaufmann und Wirtschaftsjurist, im Fernkurs Theologie zu studieren, wechselte aber dann in die Diakonenausbildung: „Als Diakon bin ich kein anderer Mensch, aber ich habe ein geistliches Amt in der Kirche.“ (cs)

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