Bistum verstärkt Einsatz von Ehrenamtlichen bei Beerdigungen

Acht Männer und Frauen haben am Dienstag ihre Beauftragungen erhalten, um in ihren Pfarreien in Duisburg, Mülheim, Gelsenkirchen, Essen und Hattingen künftig eigenständig Trauergottesdienste zu halten und Verstorbene zu bestatten.

Umfangreiche Qualifizierung über 15 Ausbildungstage

Das Bistum Essen verstärkt den Einsatz von Ehrenamtlichen im Beerdigungsdienst. Im Rahmen eines Gottesdienstes mit Dr. Michael Dörnemann, Leiter des Pastoraldezernats im Bistum Essen, haben am Dienstagabend acht Frauen und Männer aus Duisburg, Mülheim, Gelsenkirchen, Essen und Hattingen ihre Beauftragungen erhalten, um in Ihren Pfarreien künftig Verstorbene bestatten zu können. Zuvor hatten die Ehrenamtlichen an 15 Ausbildungstagen unter anderem die christliche Theologie von Tod und Trauer, den Ablauf der Begräbnisfeier oder die wesentlichen Inhalte des Bestattungsgesetzes kennengelernt. Unter der Leitung von Liturgiereferentin Dr. Nicole Stockhoff und Krankenhausseelsorger Pastor Christian Böckmann haben sie aber auch ganz praktisch geübt, wie man ein Trauergespräch führt, was auf dem Friedhof zu beachten ist und wie man eine Traueransprache hält. Neben der Urkunde haben die Kurs-Teilnehmer am Dienstag von Dörnemann und Stockhoff auch eine Albe erhalten – das liturgische Gewand, in dem sie in Zukunft Beerdigungsgottesdienste feiern werden und bei Bestattungen am Grab mit Angehörigen und Freunden beten.

Wachsende Vielfalt im Beerdigungsdienst

Insgesamt hat das Bistum Essen nun 14 Ehrenamtliche für den Beerdigungsdienst ausgebildet. Ein dritter Qualifizierungskurs, für den sich Interessierte über ihre Pfarreien anmelden können, beginnt im November. Neben den Ehrenamtlichen gibt es zudem hauptamtliche Laien – zum Beispiel Gemeindereferentinnen – die in den Pfarreien des Ruhrbistums zusätzlich zu den Priestern den Beerdigungsdienst übernehmen.

Diese wachsende Vielfalt ist Stockhoff ein besonderes Anliegen, schließlich gehe es beim Ausbau des ehrenamtlichen Beerdigungsdienstes nicht nur um eine Reaktion auf den Priestermangel: „Wir sollten die Themen Leiden, Sterben und Tod im Glauben an die Auferstehung auf vielfältige Weise in die Verkündigung der Gemeinde einbeziehen“, plädiert die Liturgie-Expertin. Zudem seien „Tote zu bestatten und Trauernde zu trösten Werke christlicher Barmherzigkeit“, schlägt sie den Bogen zu dem von Papst Franziskus ausgerufenen Heiligen Jahr der Barmherzigkeit. „Die Begleitung des Sterbenden, das Begräbnis und der Beistand für die Angehörigen ist ein unaufgebbarer Dienst der Kirche“, sagt sie. Gleichzeitig sei diese für viele so belastende letzte Phase des Lebens „der Ernstfall unserer christlichen Hoffnung“. Deshalb sei es der Kirche wichtig, Kranke, Sterbende und deren Familien mit großer Sorgfalt zu begleiten. „Ob dies durch hauptamtliche Seelsorger oder qualifizierte Ehrenamtliche geschieht, ist dabei zweitrangig“, betont sie.

Verständliche Rituale

Wichtig seien, klare, verständliche Rituale, die den Menschen gerade in einer Trauer-Situation Halt geben können, erklärt Stockhoff – und betont dies auch stets gegenüber ihren Kurs-Teilnehmern: „Zu einem christlichen Begräbnis gehören die Verkündigung aus der Heiligen Schrift, das Gebet für den namentlich erwähnten Verstorbenen, das Kreuzzeichen und – in Erinnerung an die Taufe – die Segnung mit Weihwasser“.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des zweiten Qualifizierungskurses für Ehrenamtliche im Beerdigungsdient:

  • Rainer Bertram und Christel Heib aus der Pfarrei St. Judas Thaddäus, Duisburg,
  • Ralf Berghane aus der Pfarrei St. Hippolytus, Gelsenkirchen,
  • Barbara Bludau und Karin Klemt aus der Pfarrei St. Peter und Paul, Hattingen,
  • Klaus Kottenberg und Hanna Kraume aus der Pfarrei St. Lambertus, Essen,
  • Rolf Völker aus der Pfarrei St. Barbara, Mülheim.

 

Referentin für Liturgie

Dr. Nicole Stockhoff

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