Bistum Essen lässt gut 200 Kilometer Pilgerweg markieren

Ehrenamtliche Mitarbeiter des Sauerländischen Gebirgsvereins markieren neuen Pilgerweg mit magenta-farbenen Aufklebern. Fünf Teilstücke verbinden Regionen des Ruhrbistums mit dem Essener Dom. Besonderheit: Der Weg wird in beide Richtungen markiert. Eröffnung am 23. September.

Weg verbindet auf fünf Abschnitten verschiedene Teile des Bistums Essen mit dem Essener Dom

Pilgerweg wird auf gut 200 Kilometer Länge in beide Richtungen markiert

Feierliche Eeröffnung des Pilgerwegs am 23. September

Egal ob im Duisburger Hafen oder auf den Höhen des Sauerlands, am Rhein-Herne-Kanal, an der Emscher oder in der Essener Innenstadt – an immer mehr Stellen im Ruhrgebiet und dem Märkischen Kreis sorgen in diesen Tagen kleine Aufkleber in leuchtendem Magenta für Aufsehen. Mit einem stilisierten „e“ weisen sie auf den neuen Pilgerweg des Bistums Essen hin. Auf mehr als 200 Kilometer Strecke lädt die katholische Kirche an Rhein, Ruhr und Lenne dazu ein, die Vielfalt der Region kennenzulernen – und vielleicht auch neue Seiten von sich selbst zu entdecken.

Alle 250 Meter ein Zeichen - und an Kreuzungen und Abzweigungen

Dass den Pilgern dies ohne den ständigen Blick auf die Karte gelingt, ist das Werk engagierter Wanderer wie Ursula und Ingobert Balkenhol oder Norbert Bracht. Als ehrenamtliche Mitarbeiter des Sauerländischen Gebirgsvereins (SGV) sind sie für die Markierung des Pilgerwegs verantwortlich, der auf fünf Teilstrecken verschiedene Teile des Ruhrbistums mit dem Essener Dom verbindet. „Alle 250 Meter setzen wir ein Zeichen, außerdem an Kreuzungen und dann noch mal 50 Meter dahinter“, beschreibt Bracht die Grundregeln des Markierer-Handwerks. Die erlernt jeder SGV-Markierer bei einem eintägigen Seminar – zum Beispiel bei Ingobert Balkenhol. „Dann bekommt auch jeder dieses Handbuch“, sagt der Sauerländer und zeigt auf ein üppiges Heft. Da steht nicht nur drin, dass die Wanderzeichen „auf Augenhöhe“ anzubringen sind, dass es bei Bäumen oder Laternenpfählen mit mehreren Wegmarkierungen eine Hierarchie gibt – und auf welchen gesetzlichen Grundlagen die Markierer unterwegs sind. Letzteres ist gerade in den Städten des Ruhrgebiets nicht unwichtig, sagt Bracht. Denn immer mal wieder würden sie nicht nur von Passanten, sondern auch von Polizei und Ordnungsamt kritisch angefragt, wenn sie Aufkleber anbringen.

Aber nach einem aufwändigen Genehmigungsverfahren hat alles seine Richtigkeit. Eine Karte mit dem eingezeichneten Pilgerweg ist den Markierern Richtschnur für ihre Arbeit – und lässt doch hin und wieder Fragen offen. „Gehen wir hier den direkten Weg oder den Fußweg an der Ruhr entlang?“, fragt Silvia Betinska, die Leiterin des Pilgerweg-Projekts, bei einem Treffen mit den Wegmarkierern in Essen-Werden. In der Karte steht der direkte Weg, rund 20 Meter weiter rechts, über den auch andere Wanderwege wie Essens neuer „Baldeneysteig“ führen. „Aber das ist zugleich ein Radweg“, sagt Balkenhol, „und wir versuchen bei der Wegführung mögliche Konflikte zu vermeiden.“ Also wird Wegmarkierer Bracht, wenn er den Weg in Werden in einigen Wochen endgültig markiert, hier womöglich eine Änderung vorschlagen.

"In Städten dauert es deutlich länger"

An anderen Stellen im Ruhrgebiet ist der Pilgerweg schon fertig markiert. Bracht – ebenfalls Sauerländer – war zum Beispiel vom Rhein in Duisburg bis zum Essener Dom unterwegs. „Das waren knapp 44 Kilometer – insgesamt hat das Markieren rund 50 Stunden gedauert.“ Immer wieder ist er mit Bus und Bahn aus dem Sauerland ins Ruhrgebiet gefahren, um ein neues Teilstück auszuzeichnen. „In Städten dauert das deutlich länger, als wenn ich einen einsamen Waldweg markiere.“ Nicht nur, weil er häufiger Rede und Antwort stehen, sondern auch weil er viel mehr Schilder anbringen muss. Denn selbst wenn der Weg nicht die Richtung ändert, muss hinter jedem Abzweig ein neues Schild für Gewissheit sorgen. „Die Schilder bringen wir meist an Laternen, Verkehrszeichen oder Bäumen an“, sagt Bracht. Bei Bäumen werden die bunten Aufkleber zunächst auf eine dünne Metallplatte geklebt, „die kleben wir dann mit ,Bostik‘ an den Baum“, erklärt Ursula Balkenhol. Der Flüssigkleber schade dem Baum nicht und sorge dafür, dass das Schild auch dann nicht abfällt, wenn der Baum wächst. Vor dem Kleben heißt es für die Markierer aber je nach Untergrund Putzen, Büsten, Kratzen oder Freischneiden – für jede Arbeit hat das SGV-Team passendes Werkzeug in einem kleinen Werkzeugkasten dabei.

"Der einzige Pilgerweg, den ich kenne, der in beide Richtungen ausgezeichnet wird."

Balkenhol beeindruckt eine Besonderheit: „Das hier ist der einzige Pilgerweg, den ich kenne, der in beide Richtungen ausgezeichnet wird.“ Obwohl dies für die Weg-Markierer doppelte Arbeit bedeutet, findet Balkenhol – Jakobsweg-erfahren – die Idee aus dem Ruhrbistum super: „Da haben sie ein tolles Alleinstellungsmerkmal!“ Projektleiterin Betinska freut sich über das Kompliment aus kundigem Munde: Auch wenn sich alle fünf Teilstrecken am Essener Dom treffen, „geht es bei uns tatsächlich nicht darum, ein bestimmtes Ziel zu erreichen“. Jeder Pilger kann sich kürzere oder längere Etappen aussuchen und auch die Richtung selbst bestimmen. „Unser Weg ist ein Bild für den Lebensweg“, sagt Betinska. Im besten Fall findet jeder Pilger dabei auch ein Stück zu sich selbst. „Das ist das Mehr des Pilgerns im Vergleich zum Wandern.“

Ausprobieren kann das jeder, der gerne draußen unterwegs ist, ab Ende September. Am Sonntag, 23. September, wird der Pilgerweg des Ruhrbistums eröffnet – mit einer ersten Etappe von der Klusenkapelle (ab 11 Uhr) im Essener Stadtwald zum Essener Dom. Infos zum Pilgerweg gibt es online unter pilgerweg.bistum-essen.de.

Geistliche Begleiterin, Exerzitienleiterin, Dipl. Sozialpädagogin (FH)

Silvia Betinska


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