Bischof Overbeck feiert letzte Messe in Gelsenkirchener Kirche St. Laurentius

Pfarrei St. Hippolytus verabschiedete sich von ihrer Kirche in Gelsenkirchen-Horst.

Bis auf den letzten Platz gefüllt war die St.-Laurentius-Kirche in Gelsenkirchen-Horst, als Bischof Franz-Josef Overbeck und Pfarrer Wolfgang Pingel dort am Sonntagmorgen mit der Gemeinde dieletzte Heilige Messe feierten. Die Kirche wird geschlossen – und nach einer Abschiedswoche mit Gottesdiensten, Konzerten und einer Ausstellung nahmen die Gläubigen nun endgültig Abschied von ihrem Gotteshaus.

In seiner Predigt nahm Bischof Overbeck Bezug zum biblischen Emmausgang, bei dem nach der Kreuzigung Jesu zwei traurigen Jüngern auf einem gemeinsamen Weg Jesus plötzlich als Auferstandener erscheint: „Gerade an einem Tag wie heute wird nicht wenigen von uns deutlich, was es heißt, mit Traurigkeit und Nachdenklichkeit von einem geliebten Gotteshaus Abschied zu nehmen, das eng mit dem eigenen Leben verwoben ist und viele Lebensgeschichten des Glaubens erzählt.“ Sich dafür durch Gottes Geist zu öffnen, wie es in Emmaus den trauernden Jüngern Jesu geschieht, das sei ein schönes Zeichen für den bisher gemeinsamen Weg im Pfarreientwicklungsprozess und dem jetzigen Abschied.

Overbeck betonte in dem vom Jugendchor und dem Vokalensemble der Gemeinde gestalteten Gottesdienst aber auch den positiven Blick in die Zukunft – eine Botschaft, über die er auch beim Weltjugendtag in Panama gesprochen hatte. Messdiener aus St. Laurentius hatten ihn in Panama gebeten, dies auch der Gemeinde mit auf den Weg zu geben. Zumal es in St. Laurentius genug Grund gibt für Hoffnung auf eine gute Zukunft der Christen vor Ort: Im Gemeindezentrum St. Laurentius – mittlerweile das Katechetische Zentrum der gesamten Pfarrei – und im benachbarten Seniorenheim Haus Marienfried werden in Horst auch künftig katholische Gottesdienste gefeiert.

Und gerade bei den Fürbitten wurde deutlich, wie vielfältig die Gemeinde ist: Neben Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen beteten auch Vertreter des Pfarrgemeinderats um die Hilfe Gottes in ihrem zukünftigen Glaubensleben. Bischof Overbeck warb dafür, nun das „Miteinander und Füreinander“ zu stärken, und ein „Nebeneinander und Gegeneinander“ zu überwinden.

Wie bei Kirchenschließungen üblich wurden am Ende des Gottesdienstes die Kerzen im Altarraum gelöscht. In einem silbernen Gefäß wurde das geweihte Brot – das Allerheiligste – auf den Altar gestellt und anschließend von Bischof Overbeck, Pfarrer Pingel und vielen Messdienern und Bannerträgern aus St. Laurentius in das benachbarte Haus Marienfried getragen.

St. Laurentius ist die erste Kirche der städteübergreifenden Pfarrei St. Hippolytus, die nun geschlossen wird. Nach den Plänen der Pfarrei soll die denkmalgeschützte Kirche in eine Wohnanlage für seniorengerechtes Wohnen umgebaut werden – hierfür sucht die Pfarrei noch einen Investor.

Letzte Messe auch in St. Georg

Neben St. Laurentius gab es am Wochenende in einer weiteren Gelsenkirchener Kirche den letzten Gottesdienst: In St. Georg in der Innenstadt feierte Stadtdechant Markus Pottbäcker mit den Gläubigen die letzte Messe.

Zudem feiert St. Hippolytus am kommenden Wochenende den letzten Gottesdienst in einer weiteren Kirche ihrer Pfarrei: Am Sonntag, 10. Februar, beginnt um 15.30 Uhr die letzte Messe in der Essen-Karnaper Kirche St. Marien, bevor auch diese demnächst geschlossen wird. Auch diesen Gottesdienst feiert Bischof Overbeck mit den Gläubigen. „Mögen Kirchenschließungen auch traurige Momente sein – unsere Haltung ist bestimmt von der Liebe, die uns prägt“, sagte Overbeck am Sonntag.

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