von KNA

Bischof Overbeck betont "konfessionsverbindende" Bedeutung der Bibel

Bischof Franz-Josef Overbeck spricht in der Morgenandacht bei der Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland.

Der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck hat die Bedeutung der Bibel für die Ökumene unterstrichen. Sie sei die "Urkunde des Glaubens", sagte er am Montag in einer Morgenandacht bei der Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland in Bad Neuenahr. Darum sei es ein Segen, "dass wir in konfessionsverbindender Weise die Heilige Schrift immer mehr hochschätzen als das, was uns bindet und verbindet, was das Leben im Glauben groß macht, was Orientierung gibt und Wahrheit in Freiheit ermöglicht".

Auch der rheinische Präses Manfred Rekowski verwies in seinem Lagebericht vor der Synode auf die Bibel als gemeinsame Grundlage der Konfessionen. "Wir schöpfen gemeinsam aus einer Quelle, über die wir nicht verfügen", sagte Rekowski. "Das Zeugnis der Schrift ruft uns immer wieder zur Umkehr auf."

Gemeindezentren auch konfessionsübergreifend nutzen

Der Präses zeigte sich überzeugt, dass durch gemeinsames Beten und karitatives Handeln mehr Bewegung in die Ökumene komme als durch Lehrgespräche. Er sprach sich dafür aus, Gemeindezentren auch konfessionsübergreifend zu nutzen. Zudem rief er die Kirchen dazu auf, den Reichtum der anderen Konfessionen zu entdecken.

Am Sonntagabend hatte Overbeck in einem Grußwort der evangelischen Kirche für deutliche ökumenische Akzente im Reformationsgedenkjahr 2017 gedankt. Das Reformationsgedenken biete neben den innerevangelischen Feierlichkeiten gute Voraussetzungen, die Verbindung zwischen den Kirchen zu vertiefen. "Dabei dürfen wir die Ökumene nicht länger als eine Zusatzaufgabe betrachten, sondern noch mehr und noch konsequenter als gemeinsamen Auftrag begreifen", sagte der Bischof.

An der Schwelle zu einer neuen Gemeinsamkeit im Glauben

Die beiden großen Kirchen stünden "an der Schwelle zu einer neuen Gemeinsamkeit im Glauben", so der Ruhrbischof. Nach bedeutenden ökumenischen Dialogen, vielen Begegnungen und gelebter Ökumene in den vergangenen Jahrzehnten werde "die Heilung der Wunden möglich, die die Trennung zwischen Protestanten und Katholiken geschlagen hat". Zudem wachse die Einsicht, dass Christen in einer säkularen und sich radikal verändernden Welt nur noch gemeinsam glaubwürdige Zeugen des Evangeliums sein könnten.

Gemeinsam stünden die Kirchen auch vor den Herausforderungen in der Flüchtlingshilfe sowie der Erfahrung, "dass wir mit den bisherigen Formen der Seelsorge in unseren Gemeinden immer weniger Menschen erreichen". Overbeck mahnte ein Zusammengehen bei der Aufgabe an, die kirchlichen Angebote und die Gebäudebestände der Kirchen "den in Zukunft geringeren personellen und finanziellen Möglichkeiten anzupassen".

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