Bischof diskutiert mit 70 Schülern in Gelsenkirchener Jugendkirche GleisX

Beim „Dialog mit der Jugend“ der Talentmetropole Ruhr waren in diesem Jahr Schüler aus Essen, Bochum und Mülheim zu Gast.

Mit offenen Worten zur Kirche, zu seinem Leben und zur Jugend hat Bischof Franz-Josef Overbeck jetzt in Gelsenkirchen auf die Fragen von rund 70 Jugendlichen geantwortet. Schüler der Mülheimer Karl-Ziegler-Schule, des Essener Gymnasiums an der Wolfskuhle und des Louis-Baare-Berufskollegs in Bochum-Wattenscheid hatten sich beim „Dialog mit der Jugend“ der Talentmetropole Ruhr angemeldet – und nutzten nun die Gelegenheit für politische und persönliche Fragen an den Leiter des katholischen Ruhrbistums mit seinen rund 770.000 Gläubigen.

„Deutsch, Biologie, Religionslehre und Englisch“, antwortete Overbeck so zum Beispiel auf die Frage nach seinen Abiturfächern. „In Deutsch mussten wir über Faust II schreiben“, erinnerte er sich, „das war ganz schön schwer“. Und mit Blick auf den Englisch-Unterricht sagte Overbeck, der in Rom studiert hat und als Militärbischof und Bischof für das Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat heute viel im Ausland unterwegs ist: „Ich habe schon immer einen Faible für Sprachen gehabt.“

Die Schüler sparten nicht mit Fragen zu kritischen Kirchenthemen, sei es zu Eugen Drewermann (Overbeck: „Für die Kirche ist es immer besser, Menschen nicht zu schnell auszuschließen, sondern auszuhalten.“) oder zur Haltung gegenüber Homosexualität. „Treue, Zuneigung und Verlässlichkeit kann es in hetero- wie in und homosexuellen Beziehungen geben“, betonte der Bischof. Da es in der Kirche keine homosexuellen Eheschließungen geben könne, werde derzeit viel über Segnungen solcher Paare gesprochen. Nötig sei ein „Raum des öffentlichen Nachdenkens“, wie die Kirche in Zukunft mit diesem Thema umgehen soll, so der Bischof. Dieses „öffentliche Nachdenken“ will Overbeck auch bei anderen eher sperrigen Kirchenthemen fördern – wie zum Beispiel beim Zölibat oder rund um die Rolle von Frauen in der Kirche. Dabei müssten diese Diskussionen auch die Weltkirche und unterschiedliche kulturelle Gepflogenheiten in den Blick nehmen. „In manchen Ländern kann ich mir solche Diskussionen gar nicht vorstellen“, so Overbeck.

Overbeck will „Gottesdienste, die zu Herzen gehen“

Gerade wenn es um junge Leute gehe, müsse es in der katholischen Kirche „Formen von Gottesdiensten geben, die zu Herzen geben, Musik, Texte, die verständlich sind“, betonte der Bischof. Und es müsse Räume geben, wie die umgebaute Liebfrauenkirche in Gelsenkirchen, in der jetzt GleisX zuhause ist. „Ich ärgere mich manchmal, dass ich so viele alte Kirchenräume aufrechterhalten und bezahlen muss, dass ich keine neuen Kirchen bauen kann“, beschrieb der Bischof die Spannung zwischen unterschiedlichen Interessen in der Kirche. Dies ändere jedoch nichts daran, dass der christliche Glaube „eine wunderbare Perspektive fürs Leben“ sei. Zudem hätten die Schüler im Religionsunterricht „den charmanten Vorteil, dass ihr euch davon überzeugen könnt, dass der Glaube auch vernünftig ist“, betonte der Bischof.

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Stephan Hill

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