Bischöfe gedenken des Ersten Weltkriegs

„Den Egoismus der Staaten überwinden – die Ordnung des Friedens entwickeln“ - unter diesem Titel haben die deutschen Bischöfe jetzt eine Erklärung aus Anlass des Beginns des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren veröffentlicht. Sie blicken auf die Ursachen des Krieges und weisen auf den überall in Europa grassierenden Nationalismus hin.

Warnung vor überzogenem Nationalismus

100 Jahre nach Beginn des Ersten Weltkriegs haben die katholischen Bischöfe in Deutschland einen "überzogenen Nationalismus" verurteilt. Dieser gehe oft einher mit einer "Abwertung anderer Völker und Kulturen", schreiben die Bischöfe in einer Freitag, 25. Juli, in Bonn veröffentlichten Erklärung. Der Erste Weltkrieg begann am 28. Juli 1914. Als Auslöser gilt das tödliche Attentat auf den österreichischen Thronfolger, Erzherzog Franz Ferdinand, und seine Frau Sophie vier Wochen zuvor.

In ihrer Erklärung äußern sich die Bischöfe auch kritisch zur Rolle der Kirchen bei Kriegsausbruch. Von einer damals grassierenden "ungeheuren Kriegsbegeisterung" hätten sich viele Katholiken und Protestanten anstecken lassen. "Obwohl die katholische Kirche wegen ihres universalen Charakters stets Distanz zum Nationalismus des 19. Jahrhunderts gehalten hatte, traten am Anfang des Weltkrieges Bischöfe, Priester und Gläubige in großer Zahl an die Seite derer, die den Krieg als moralische und geistige Erneuerung begrüßten", heißt es in dem Schreiben.

Gleichzeitig habe es jedoch auch Menschen gegeben, die sich gegen den Krieg gestellt hätten. "Vor allem aber trat der Papst der Kriegszeit, Benedikt XV., unablässig als Mahner für den Frieden auf." Doch erst nach dem Zweiten Weltkrieg habe Europa dauerhaft friedliche Wege der Konfliktlösung gefunden, so die Bischöfe. Im Zentrum stehe dabei die EU, die es im 21. Jahrhundert weiter zu entwickeln gelte. "Gerade der Rückblick auf die Schrecken der Kriege sollte uns allen Ansporn sein, an diesem Projekt festzuhalten und jeden Rückfall in eine einseitig verstandene Nationalstaatlichkeit zu vermeiden."

Ergänzend zur Erklärung veröffentlichte die Deutsche Bischofskonferenz einen inhaltlich ähnlichen Diskussionsbeitrag ihrer Kommission Weltkirche "Die Kirche und der Erste Weltkrieg" sowie Vorschläge für die Gottesdienstgestaltung im Gedenken an den Ersten Weltkrieg. (KNA)

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