von Thomas Rünker

Altfrid-Fest im Dom

Katholiken feiern den Mitbegründer von Stadt und Stift Essen mit einem feierlichen Gottesdienst.

An den Mitbegründer der Stadt und des Stifts Essen, den Heiligen Altfrid, erinnern die Essener Katholiken am Mittwoch, 16. August, mit einem feierlichen Gottesdienst im Essener Dom. Um 19 Uhr feiert Dompropst Thomas Zander mit den Gläubigen das Hochamt zum Altfrid-Fest. Am Ende des Gottesdienstes wird der Schrein mit den Altfrid-Reliquien, der den ganzen Mittwoch über im Dom zur Verehrung auf den Altar-Stufen ausgestellt wird, zurück in die Krypta gebracht.

Bereits am Samstag, 12. August, bietet das Team der Domschatzkammer eine exklusive Sonderführung zum Altfrid-Fest an. Ab 15.30 Uhr (Treffpunkt: Foyer der Domschatzkammer) stehen das Bronzedenkmal auf dem Domhof, der Prunkschrein mit den Altfrid-Reliquien und das steinerne Hochgrab aus dem 14. Jahrhundert in der Altfrid-Krypta im Fokus. Die Teilnahme kostet pro Person 6 Euro, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Bischof und Friedensdiplomat

Altfrid wurde um das Jahr 800 geboren. Er stammt aus einem angesehenen sächsischen Adelsgeschlecht und erhielt eine gute Erziehung, vermutlich in den Klöstern von Fulda oder Corvey. Um 850 gründete Altfrid mit einer Gruppe sächsischer Adliger auf seinem Hofgut Astnide das Stift Essen – eine religiöse Frauengemeinschaft, die über Jahrhunderte das geistliche und politische Leben in der Region bestimmte. Erste Äbtissin wurde Altfrids Schwester Gerswid. 851 wurde Altfrid zum vierten Bischof von Hildesheim ernannt. Als Berater und Gesandter König Ludwigs des Deutschen erlangte er politischen Einfluss, war als Unterhändler und Friedensstifter zwischen dem West- und Ostfrankenreich tätig. Groß war seine Sorge um Klöster und die Bildung des Klerus. Er ist Begründer des Hildesheimer Doms (1. November 872) und der ersten Kirche in Essen, die dem heiligen Quintinus geweiht und erst 1817 abgerissen wurde – heute erinnert neben dem Dom die Gasse „An St. Quintin“ an dieses Gotteshaus. Altfrid starb am 15. August 874 und wurde auf seinen Wunsch in der von ihm errichteten Stiftskirche zu Essen bestattet. Heute ist die frühere Stiftskirche der Essener Dom und die Kathedralkirche des 1958 gegründeten Ruhrbistums.

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