7 Erkenntnisse aus PEP-Voten im Bistum Essen

Zentrum für angewandte Pastoralforschung der Ruhr-Universität Bochum hat die Voten der Pfarreientwicklungsprozesse unter die Lupe genommen.

Starke Leistung und Kraftakt über Jahre

Keine vergleichbaren Prozesse in Kirche und Politik

Pfarreiverständnisse unterscheiden sich deutlich

Alle PEP-Voten sind sehr facettenreich

Engagement ist ein Pfeiler des Pfarreilebens

Ökumene hat einen hohen Stellenwert

Pfarreien sind innovativ

Welche Schwerpunkte haben die 42 Voten des Pfarreientwicklungsprozesses im Bistum Essen? Welches Selbstverständnis haben die Pfarreien? Diesen Fragen ist Björn Szymanowski vom Zentrum für angewandte Pastoralforschung (ZAP) der Ruhr-Universität Bochum nachgegangen. Die Ergebnisse seiner Studie hat er am Montag, 24. Juni, zahlreichen engagierten Haupt- und Ehrenamtlichen aus den Pfarreien im Caritas-Haus in Essen vorgestellt.

Hier die wichtigsten 7 Erkenntnisse:

  1. Starke Leistung und Kraftakt über Jahre
    Die Pfarreientwicklungsprozesse haben über drei Jahre alle Pfarreien mobilisiert. Nicht nur Hauptamtliche, sondern vor allem Ehrenamtliche haben sich neben ihren üblichen Verpflichtungen sehr stark in die Prozesse eingebracht. Das ist keinesfalls selbstverständlich, sondern erfordert viel Willenskraft und noch mehr produktive Energie. „Einmal intensiv wahrzunehmen, was dort geleistet worden ist, war ein wichtiger Grund, die Voten zu untersuchen“, sagt Björn Szymanowski.
  2. Keine vergleichbaren Prozesse in Kirche und Politik
    Weder auf kirchlicher noch auf kommunaler Ebene findet man vergleichbare Prozesse – zumindest nicht in solch partizipativer Art und Weise wie in den Pfarreientwicklungsprozessen. Über die Struktur von Kirche und Ausrichtung der Pastoral entscheiden üblicherweise nicht die einzelnen Gläubigen. „Dass kein Pfarrer sein Veto-Recht genutzt hat und dass der Bischof alle Voten in Kraft gesetzt hat, ist außergewöhnlich und ein starkes Zeichen“; so Björn Szymanowski. Die intensive Art der Teilhabe hat manchmal aber auch an die Grenzen des Machbaren geführt.
  3. Pfarreiverständnisse unterscheiden sich deutlich
    Ein Teil der Voten deutet ihre Pfarrei als großes Netzwerk, das zusammengewachsen ist und an verschiedenen Standorten unterschiedliche Schwerpunkte setzt. Andere Pfarreien sind eher gemeindezentriert und weisen viele parallele Strukturen auf. Beide Verständnisse haben einen großen Einfluss auf das pastorale Handeln. „Um damit umzugehen, muss man vermitteln, aber auch anerkennen, dass nicht jede Pfarrei gleich ist“, meint Björn Szymanowski.
  4. Alle PEP-Voten sind sehr facettenreich
    Die Voten aus den 42 Pfarreien bestehen aus mehr oder weniger gleichen Bausteinen, die im Einzelvotum aber eine unterschiedliche Gewichtung haben. Themen wie Kinder- und Jugendarbeit, Caritas und Gottesdienste sind Spitzenreiter. „Überraschend ist, dass manche Bereiche sehr häufig benannt und als bedeutend angesehen werden, wie zum Beispiel die Kinder- und Jugendpastoral, ohne jedoch immer konkret zu sein,“ so Björn Szymanowski. Gleichzeitig sei die Seniorenpastoral oft mit konkreten Projekten benannt, aber als nicht so bedeutend eingestuft worden.
  5. Engagement ist ein Pfeiler des Pfarreilebens
    Fortlaufendes Thema in den Voten ist das freiwillige Engagement. Es umfasst praktisch alle Aufgabengebiete in der Pfarrei. Das Bewusstsein für ein professionelles Ehrenamt ist hoch. „Ohne qualifizierte Freiwillige, die Gottesdienste leiten, caritativ arbeiten und Jugendgruppen begleiten, kommt nach Meinung der Voten keine Pfarrei aus“ (Björn Szymanowski). Eher selten berücksichtigen die Voten allerdings Formen gelegentlichen Engagements; oft wird im Muster klassischen, langfristigen Ehrenamts gedacht.
  6. Ökumene hat einen hohen Stellenwert
    In der großen Mehrheit der PEP-Voten ist die Ökumene ein wichtiges Arbeitsfeld der Kirche vor Ort. Nicht wenige Voten sehen im ökumenischen Miteinander eine wichtige Stütze, um als Kirche vor Ort langfristig präsent sein zu können. Björn Szymanowski resümiert: „Es ist bezeichnend, dass Ökumene schon an vielen Orten ganz konkret gelebt wird. Die Voten zeigen deutlich, dass das in vielen Pfarreien weit mehr ist als nur fromme Hoffnung.“
  7. Pfarreien sind innovativ
    In den PEP-Voten werden viele verschiedene Arbeitsfelder benannt. Die Voten beschäftigen sich häufig mit der Grundversorgung der Katholiken in der Pfarrei und mit dem üblichen Tagesgeschäft. Man findet aber auch vorwärtsweisende Visionen und Ideen, die deutlich darüber hinausreichen, auch wenn sie nicht immer in ausgearbeitete Projekte und Konzepte münden. „Das war allerdings auch nicht die direkte Aufgabenstellung an die Verantwortlichen“, sagt Björn Szymanowski. Wo man konkrete Vorschläge in den Voten findet, könne man allerdings schon jetzt viel für die Umsetzungsphase lernen. Beispiel Kommunikation: Pfarrbriefe und Aushänge stehen in den Voten ganz vorn. In einigen Pfarreien wird aber auch verstärkt über Social Media oder Gottesdienst-Apps nachgedacht. (sw)

Persönlicher Referent des Generalvikars und Leiter des Stabsbereichs Strategie und Entwicklung

Markus Etscheid-Stams

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