2400 Christen proben gemeinsam für ökumenisches „Martin Luther King“-Musical

Auch Weihbischof Wilhelm Zimmermann war bei der ersten Probe in der Essener Grugahalle dabei. Uraufführung des Musicals ist im Februar ebenfalls in Essen.

„Ich hab‘ den Traum, dass bald ein Geist der Liebe weht“ – zum ersten Mal stimmten am Sonntag in der Essener Grugahalle alle 2400 Sänger den Titelsong des neuen ökumenischen „Martin Luther King“-Musicals an. Nachdem die Männer und Frauen aus dem Ruhrgebiet und vielen anderen Teilen Deutschlands die 21 Lieder des Musicals über den farbigen Bürgerrechtler zunächst in ihren Chören einstudiert hatten, stand am Sonntag die erste Probe in großer Besetzung an. Das Besondere: Die vielen hundert Laiensänger stehen gemeinsam mit professionellen Musicalsolisten auf einer Bühne. Mit diesem Konzept war im Reformationsjahr 2017 bereits das Pop-Oratorium „Luther“ erfolgreich unterwegs. Viele Sänger von damals sind auch jetzt wieder dabei. „Es macht einfach Freude“, sagt Mechtild Jaeger, die gleich mehrere Luther-Aufführungen mitgesungen hat und nun aus Selfkant an der holländischen Grenzen zur Probe angereist ist. Am 9. und 10. Februar wird „Martin Luther King“ in der Essener Grugahalle uraufgeführt. Im Sommer ist dann ein Auftritt auf dem Evangelischen Kirchentag in Dortmund geplant, bevor die Produktion 2020 auf Deutschland-Tournee geht.

Eine weitere Besonderheit: Das Chormusical-Projekt ist ökumenisch; Projektpartner sind unter anderem die Evangelische Kirche im Rheinland, das Bistum Essen und der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden. Deshalb beteiligt sich diesmal auch Stefan Glaser an diesem Projekt. Der Bischöfliche Beauftragte für Kirchenmusik im Bistum Essen ist einer der Dirigenten im Team des Musicals – und hat auch gleich den von ihm geleiteten Projektchor des Bistums Essen mit dem Musical-Fieber infiziert.

„Die Menschen sind verschieden, aber alle gleichwertig. Das ist der Traum von Martin Luther King, seine Vision, und die brauchen wir heute auch“, bringt es der rheinische Präses Manfred Rekowski, auf den Punkt: Die Botschaft des farbigen US-Bürgerrechtlers, der vor 50 Jahren erschossen wurde, sei nach wie vor aktuell. Weihbischof Wilhelm Zimmermann, Bischofsvikar für die Ökumene im Bistum Essen verweist auf die „besondere Struktur“ des Ruhrgebiets, wo es ebenso viele Protestanten wie Katholiken gäbe und Ökumene daher immer schon ein großes Thema sei. Im vergangenen Jahr haben sich das Ruhrbistum und die umliegenden evangelischen Landeskirchen zu einer engeren Zusammenarbeit verpflichtet – davon profitiert jetzt auch das Musical-Projekt. Und die Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinden, zu denen auch die Baptisten gehören, hatten ohnehin eine große Nähe zum Thema des Musicals: „Martin Luther King war Baptist. Da lag es für uns nahe, die Schirmherrschaft zu übernehmen für ein Projekt, das sich mit seiner Botschaft beschäftigt: Gerechtigkeit, Frieden und die Liebe Gottes in die Welt hineinzutragen“, so Leo Schouten, Leiter des NRW-Landesverbands im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden.

Veranstalterin des Musicals ist die Stiftung Creative Kirche Witten, die in diesem Jahr das 25-jährige Bestehen feiert und schon viele Musikprojekte wie „Luther“ oder „Die zehn Gebote“ auf den Weg gebracht hat. Seit 2010 unterstützt die Stiftung auch die Organisation Brot für die Welt und hat seitdem schon mehr als eine halbe Million Euro an Spenden gesammelt. Mit Erlösen aus dem neuen Musical fördert die Stiftung ein Wasserprojekt in Kenia, das Frauen ermöglichen soll, in die Schule zu gehen, anstatt zum Wasserholen.

In der großen Essener Veranstaltungshalle wechseln sich am Sonntag die Dirigenten ab. Auch die Komponisten Hanjo Gäbler und Christoph Terbuyken proben mit – und als dann noch Musicalstar Andreas Wolfram (Starlight Express, Cats, West Side Story, Kiss Me Kate …) aufs Podium steigt, der den gewaltbereiten King-Gegenspieler Malcolm X gibt, ist die Begeisterung groß. Er ist einer von neun Solisten, die bei der Aufführung auf der Bühne stehen werden und gemeinsam mit dem Chor die Geschichte von Marin Luther Kings Kampf gegen die Rassentrennung erzählen – und die von Rosa Parks, die eines Tages im Bus auf der falschen Seite einfach sitzenblieb und damit eine Revolution auslöste.

Margit Steinert aus Essen ist das erste Mal bei einem der großen Musical-Projekte dabei: „Ich hatte eine Karte für die Luther-Aufführung geschenkt bekommen und war so begeistert davon, dass ich mich sofort angemeldet habe, als ich hörte, dass mein Gospelchor hier mitmacht.“ Wie auch Mechtild Jaeger singt Steinert gleich in mehreren Chören unterschiedlicher Konfessionen mit – bei diesen Musikerinnen ist Ökumene längst gelebte Wirklichkeit.

Weitere Infos zum "Martin Luther King"-Musical sowie zum Kartenvorverkauf für die Uraufführungen in Essen gibt es online sowie telefonisch: 02302 / 2822222.

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