Hilfe nach sexuellem Missbrauch

Sexualisierte Gewalt gehört zu den schlimmsten Verbrechen, die Menschen einander antun können. Sexueller Missbrauch ist eine Straftat und ein schweres Verbrechen an der körperlichen und seelischen Gesundheit eines Menschen. Jeder Fall verursacht großes Leid bei Opfern und ihren Angehörigen. 

Wenn Sie selbst von sexuellem Missbrauch betroffen sind, helfen Ihnen Angelika von Schenk-Wilms und Karl Sarholz. Sie sind vom Bistum Essen für diese Aufgabe beauftragt, arbeiten aber völlig unabhängig und sind nicht weisungsgebunden.

Was passiert bei einem Missbrauchsverdacht?

Im Umgang mit Verdachtsfällen, bei denen sexualisierte Gewalt eine Rolle spielt, gilt für alle kirchlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Ruhrbistum die „Bischöfliche Verfahrensordnung Missbrauch“. Sie enthält klare Regeln für den Umgang mit diesen Fällen und ist damit nicht nur konkrete Handlungsanweisung für alle haupt- und ehrenamtlich Beschäftigten, sondern hat innerhalb der Kirche sogar Gesetzeskraft. 

Konkret gilt:

  • Jede und jeder, der von sexualisierter Gewalt in einer katholischen Einrichtung oder durch Mitarbeitende der Kirche betroffen ist, kann sich direkt an die Missbrauchsbeauftragte Angelika von Schenk-Wilms oder den Missbrauchsbeauftragten Karl Sarholz wenden.

  • Alle haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kirche sind verpflichtet, mögliche Verdachtsfälle an die Missbrauchsbeauftragte Angelika von Schenk-Wilms oder den Missbrauchsbeauftragten Karl Sarholz zu melden.

  • Angelika von Schenk-Wilms oder Karl Sarholz bieten jedem und jeder Betroffenen ein persönliches Gespräch an, zu dem eine Begleitperson hinzugezogen werden kann. Das Gespräch wird protokolliert und der Inhalt des Protokolls mit dem oder der Betroffenen abgestimmt. Anschließend wird das Protokoll ausgehändigt. In der Regel erhalten die Betroffenen mit diesem Schreiben auch einen Antrag auf Anerkennung des Leids.

  • Erhärten sich die Anhaltspunkte auf einen sexuellen Missbrauch 

    • wird der Fall bei der Staatsanwaltschaft angezeigt (wünscht der oder die Betroffene ausdrücklich keine Mitteilung an die Staatsanwaltschaft, geschieht dies nur, wenn durch den Beschuldigten weitere Gefährdungen zu befürchten sind),

    • wird Bischof Overbeck informiert,

    • suchen Angelika von Schenk-Wilms oder Karl Sarholz das Gespräch mit dem Beschuldigten.

  • Unabhängig vom Ergebnis der staatsanwaltlichen Untersuchung wird anschließend eine kirchenrechtliche Voruntersuchung eröffnet. Auch über das Ergebnis dieser Untersuchung wird der oder die Betroffene informiert

  • Nach Abschluss aller Verfahren bietet Bischof Overbeck dem oder der Betroffenen ein persönliches Gespräch an.

Im Zentrum dieses Verfahrens steht die Aufklärung aller Fälle von sexualisierter Gewalt im Bistum Essen. In erster Linie geht es dabei um die Sorge um die Betroffenen – die möglichen Opfer –, um ihre Nöte, Wünsche und Bedürfnisse. Die zentralen Ansprechpersonen sind die Bischöfliche Beauftragte für die Prüfung von Vorwürfen sexualisierter Gewalt („Missbrauchsbeauftragte“), Angelika von Schenk-Wilms, und ihr Stellvertreter Karl Sarholz. Bewusst besteht dieses Team aus einer männlichen und einer weiblichen Ansprechperson. Liegt ein Verdachtsfall vor, stimmen sich die Missbrauchsbeauftragten mit einem Beraterstab (siehe unten) aus Therapeuten, Medizinern, Juristen, Theologen und anderen Fachleuten ab.

Neben der Aufarbeitung und Aufklärung von Missbrauchsfällen ist in allen katholischen Einrichtungen im Bistum Essen die Präventionsarbeit wichtig, um möglichst zu verhindern, dass es überhaupt zu sexuellen Grenzverletzungen kommt. Hier hat die Präventionsbeauftragte des Bistums Essen, Dr. Andrea Redeker, zusammen mit ihren  Kooperationspartnern in den vergangenen Jahren spezielle Programme für haupt- und ehrenamtliche Kirchenbeschäftigte entwickelt. Zwischen der Präventions- und den Missbrauchsbeauftragten gibt es dabei einen regelmäßigen Austausch und eine enge Zusammenarbeit. Zudem unterstützt die Präventionsbeauftragte Pfarreien, Schulen und andere katholische Einrichtungen bei ihrer eigenen Präventionsarbeit. Alle Informationen zur Prävention gegen sexualisierte Gewalt im Bistum Essen gibt es auf einer eigenen Internetseite. >> Zur Präventions-Internetseite

Zu den einzelnen Verdachtsfällen beraten sich die Bischöfliche Beauftragte für die Prüfung von Vorwürfen sexualisierter Gewalt und ihr Stellvertreter mit einem Beraterstab. Dieses Gremium vereint Experten aus verschiedenen Fachbereichen, z.B. der Kinder- und Jugendpsychiatrie, mit vielfältigen Kompetenzen: 

  • psychiatrisch/psychotherapeutisch,

  • pastoral,

  • juristisch,

  • kirchenrechtlich,

  • fundierte fachliche Erfahrung mit Opfern.

Zu jedem Fall gibt der Beraterstab eine Entscheidungsempfehlung ab. Ebenso wie die Missbrauchsbeauftragte und ihr Stellvertreter sind die Mitglieder des Beraterstabs unabhängig. Sie üben diese Tätigkeit ehrenamtlich aus. 

Aktuell gehören dem Beraterstab folgende Fachleute an:

Anja Berresheim (Ergotherapeutin)
Werner Einig (Psychologe / Psychotherapeut)
Pater Adam Kalinowski OFMConv. (Ordenspriester)
Wilhelm Lethen (Rechtsanwalt)
Dr. Hanna-Zofia Libera (Gynäkologin)
Dr. Berthold May (Allgemeinmediziner)
Werner Meyer-Deters (Sozial- und Gewaltpädagoge)
Niko Neuhoff (Arzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie/Psychotherapie)
Dr. Andrea Redeker (Präventionsbeauftragte gegen sexualisierte Gewalt, Theologin)
Karin Schneider (Sozialpädagogin, Spezialgebiet Suchtproblematik)
Hubertus Strippel (Diplompädagoge, Diözesanreferent Behindertenhilfe/Psychiatrie)
Angelika Winkels (Diplompädagogin, Sozialpädagogin, Altenheimleiterin)

Informationen

25. September 2018

Missbrauchsstudie sorgt für Trauer, Scham und Zorn in der Kirche

Essener Generalvikar Klaus Pfeffer stellt die sogenannte MHG-Studie mit Blick auf das Ruhrbistum vor. „Ich schäme mich für meine Kirche und bin unendlich traurig“, sagte Pfeffer vor Journalisten in Essen. Mehr

Compliance-Bericht

Bistum Essen und „axis“-Rechtsanwälte legen Ergebnisbericht zur Prüfung aller Personalakten von Priestern und Diakonen vor.

Compliance-Bericht zum Download >> PDF

Downloads

Thema: Sexueller Missbrauch

Eine Website der Deutschen Bischofskonferenz:
http://www.dbk.de/themen/thema-sexueller-missbrauch/

Statement von Bischof Dr. Stefan Ackermann (Trier) zum Interdisziplinären Forschungsverbundprojekts in Bonn
Statement im Wortlaut

Zentrale Maßnahmen zur Aufarbeitung der Fälle sexuellen Missbrauchs an Minderjährigen - dbk.de
Maßnahmenkatalog

Forschungsprojekt "Sexueller Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz" (MHG-Studie)
Die gesamte Studie zum Download

Konkrete Maßnahmen für das Bistums Essen aus der MHG-Studie
mhg.bistum-essen.de

Kontaktpersonen

Missbrauchsbeauftragte

Angelika von Schenk-Wilms

Zwölfling 16
45127 Essen

Missbrauchsbeauftragter

Karl Sarholz

Zwölfling 16
45127 Essen

Sekretariat

Michaela Meyer

Zwölfling 16
45127 Essen

0201/2204-230

0201/2204-330

michaela.meyer@bistum-essen.de