Bischöflicher Stuhl

Der Bischöfliche Stuhl ist – neben dem Bistum selbst und dem Hohen Domkapitel – eine eigenständige Körperschaft des öffentlichen Rechts. Das Vermögen des Bischöflichen Stuhls wird vom jeweiligen Bischof oder in seinem Auftrag durch den Generalvikar verwaltet. Gemäß dem in der Weimarer Reichsverfassung verankerten kirchlichen Selbstbestimmungsrecht sind die Bischöfe der Öffentlichkeit über dieses Vermögen keine Rechenschaft schuldig. Das Kirchenrecht schreibt aber vor, dass ein Verwalter jeglichen kirchlichen Vermögens sein Amt in der Sorgfalt „eines guten Hausvaters“ zu erfüllen hat. Das beinhaltet einen jährlichen Rechenschaftsbericht gegenüber der zuständigen Autorität und die Einhaltung kirchlicher und weltlicher Gesetze zur Vermögensverwaltung.

Der von der Hauptabteilung Finanzen und bischöfliche Immobilien aufbereitete Jahresabschluss „Bischöflicher Stuhl“ wird bereits seit Jahren von einer  Wirtschaftsprüfungsgesellschaft geprüft und in Berichtsform vorgelegt.

Der Bischof von Essen, Dr. Franz-Josef Overbeck, hat Anfang 2014 entschieden, den Haushalt des Bischöflichen Stuhls, beginnend mit dem Jahresabschluss 2013, in gleicher Weise wie den Haushalt des Bistums Essen vom Kirchensteuerrat (seit 2018: Kirchensteuer- und Wirtschaftsrat) beschließen und überwachen zu lassen. Außerdem verfügte er, dass der Kirchensteuerrat hinsichtlich des Bischöflichen Stuhls zum Vermögensverwaltungsrat gemäß can. 1280 des Kirchlichen Gesetzbuches (Codex Iuris Canonici) bestimmt wird.

In 2018 erzielte der Bischöfliche Stuhl Mieteinnahmen für die beiden Wohnhäuser in Höhe von 69 Tsd. Euro.

Auf der Gegenseite beliefen sich die Aufwendungen für die Verwaltung der Immobilien einschließlich der in 2018 deutlich höheren Bauerhaltung im Treuhandvermögen „Wenner“ auf 108 Tsd. Euro. Zudem erfolgten für die beiden Wohnhäuser und das Bischofshaus planmäßige Abschreibungen in Höhe von 25 Tsd. Euro. Der sonstige Aufwand einschließlich Wirtschaftsprüfung belief sich auf 3 Tsd. Euro. Der Aufwand aus Ergebnisabführung in Höhe von 5 Tsd. Euro besteht aus den an die Bischöfliche Aktion Adveniat weitergeleiteten Erträgen aus dem Sondervermögen Schneider.

Das Finanzergebnis ist zum einen geprägt von nur geringen Ausschüttungen im Berichtsjahr nach außerordentlichen Erträgen aus der Gewinnrealisation bei der Veräußerung von Wertpapieren im Vorjahr. Zum anderen erforderte ein Einbruch der Kapitalmärkte zum Jahresende 2018 eine Anpassung der Bewertungen der Finanzanlagen in Höhe von 144 Tsd. Euro.

Aufgrund der hohen Bauerhaltungsaufwendungen und der Abschreibungen auf Wertpapiere konnte 2018 im  treuhandvermögen „Wenner“ kein Überschuss erwirtschaftet werden. Der Fehlbetrag wurde der Rücklage des Treuhandvermögens entnommen. Danach verbleibt für den Bischöflichen Stuhl noch ein Jahresfehlbetrag in Höhe von 11 Tsd. Euro.

Beim Allgemeinen Vermögen des Bischöflichen Stuhls wird auch weiterhin kein Überschuss erzielt werden können. Zinserträgen in Höhe von jährlich 4 Tsd. Euro stehen Aufwendungen für Abschreibungen auf das Bischofshaus in Höhe von 12 Tsd. Euro sowie Aufwendungen für die Wirtschaftsprüfung gegenüber.

Ansprechpartner

Leitung der Hauptabteilung

Dr. Daniel Beckmann (Dipl. Wirtsch.-Ing.)

Zwölfling 16
45127 Essen

Abteilung: Haushalt und Rechnungswesen

Dipl.-Betriebswirt lic.hw Joachim Strötges

Zwölfling 16
45127 Essen