Impuls: Fenster in eine andere Welt

Wenn wir um einen Menschen trauern, geschieht es, dass sich die Welt ändert, manches verloren geht und vieles neu und verändert erschlossen werden muss. Die oder der Verstorbene ist wie hinter einer Wand verborgen, auf Schmerz und Verlust gibt es in dieser Zeit keine Resonanz.

Dies im inneren Gespräch mit dem lieben Verstorbenen auszudrücken und zu fragen, „Siehst Du mich“ oder „Sehen wir uns“, ist Anfang unserer Sehnsucht. Und es ist die Anknüpfung an die Hoffnung, die wir mit der Auferstehung Christi verbinden können.

Bei der „Wand“ auf dem Foto sind nach dem Glauben und der Hoffnung nicht nur der orthodoxen Christen Ikonen wie Fenster. Durch sie schauen uns Jesus Christus und die Heiligen aus der „anderen Wirklichkeit“ heraus an. Ein anderer „Kosmos“, eine andere „Welt“ scheint dort auf. Und auch wir schauen schon - so die bildreiche Hoffnung - in das himmlische Jerusalem.

Die Verheißung an uns lautet mit der Bild-Botschaft: „Wir sehen uns wieder!“ Diese Hoffnung wünsche ich uns, wenn wir an uns nahe Menschen denken, die verstorben sind.    Gerhard Dittscheidt

Autor

Diözesanreferent für die Krankenhaus- und Hospizseelsorge

Dr. Gerhard Dittscheidt

Zwölfling 16
45127 Essen