Impuls: Durchkreuztes Kreuz

Waren Sie schon einmal in Israel? Wenn ja, waren Sie auch schon einmal mit einem Boot auf dem See Gennesaret unter­wegs? Mein Erlebnis geht zurück in das Jahr 1992. Ich werde nie ver­gessen, wie stürmisch es auf diesem See zugehen kann und wie angst und bange mir war, als das Schiff bedrohlich ins Schwanken kam.

Petrus und seine Freunde – obwohl sturmerprobte Fischer – hatten auch diese Angst zu kentern, unter­zugehen. Als ein Sturm aufzieht, droht ihr Boot zu kentern. Plötzlich, wie aus dem Nichts erscheint der Herr auf dem See. Er ruft Petrus zu: Komm! Aus dem noch halbwegs sicheren Boot auszu­steigen und über den durch hohe Wellen aufgewühlten See zu gehen – das ist doch blanker Wahnsinn!

Zunächst scheint alles gut: Petrus vertraut Jesus und geht ihm über den See entgegen. Doch dann überkommt ihn Angst und er droht unterzugehen. Da ergreift ihn die rettende Hand Jesu.

Auch unser Leben ist von Höhen und Tiefen bestimmt. Wir glau­ben zwar an Jesus, aber Zweifel und Ängste begleiten uns: Ist Je­sus wirklich der Retter? Spricht diese aus den Fugen geratene Welt nicht gegen ihn? Droht nicht die Menschheit „abzusaufen“ und mit ihr die eigentlich so schöne Erde? Krieg, Terror, Armut, Hungersnöte, Überschwemmungen hier, Dürren dort, Popu­listen, die nur an sich selbst denken… Not und Kummer auch in der Familie, im Freundeskreis und bei mir selbst...

Ich vertraue Jesus – trotz allem. Weil er selbst gelitten hat, weil er weiß, wie es uns geht, wenn wir am Ende sind. Weil sein Vertrauen auf Gott größer war als seine Todes­angst am Kreuz und weil Gott Jesus nicht hängen ließ an diesem Kreuz.

Gott durchkreuzte das Kreuz – für Jesus und durch ihn für uns alle. Weil Gott das Leben liebt und weil Gott uns liebt!

Kontakt zum Autor:

Referent für Sekten und Weltanschauungsfragen

Gary-Lukas Albrecht


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