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"In Harmonie mit dem Göttlichen"
Meditationskurs mit den Upanishaden
„missio lädt zu einem Meditationskurs mit den Upanishaden ein.“ Die Information des Kollegen Dr. Heiner Ganser-Kerperin, missio-Diözesanreferent im Bistum Essen, ließ mich aufhorchen. Das wäre etwas für mich, die ich mich immer noch neu fühle in der weltkirchlichen Arbeit. Je 15 Plätze für Frauen und Männer aus den Bistümern Aachen, Köln und Essen. Eine schnelle war Anmeldung nötig.
Ich wollte etwas lernen über die „Upanischaden“, Texte östlicher Mystik, die zwischen 1000 und 400 v. Christus entstanden sind. Der Referent, Pater Dr. Sebastian Painadath, indischer Jesuit und Leiter eines christlichen Ashram, war mir aus der Literatur bekannt. Dass ich mich zu einem Meditationskurs angemeldet hatte, ist mir erst kurz vor dem Beginn klar geworden.
So bin ich vom 2. bis 7. März 2012 für fünf Tage ins Kardinal-Hengsbach-Haus gefahren. Mit einem neuen Buch und der Bereitschaft zu fünf Meditationseinheiten pro Tag. „Was ist der tiefste Grund der Wirklichkeit? Was ist das Ziel des Lebens?“ Dass die Frage nach Sinn und Ziel des Lebens in den alten östlichen Texten zu finden ist, das hatte ich vermutet. Überrascht war ich, wie viel Übereinstimmung ich finden konnte zu Texten, die mir aus der mittelalterlichen westlichen Frauenmystik bekannt sind. Die Texte zu lesen, zu betrachten und durch den Referenten aufgeschlossen zu bekommen, hat meinen Blick geweitet.
Dialog zwischen Hinduismus und Christentum
Dankbar habe ich wahrgenommen, wie sehr sie meinem christlichen Denken nahe sind. Dass diese Tage des Nachdenkens in der österlichen Bußzeit stattfanden, war ein besonderes Geschenk. Lange schon habe ich in dieser Zeit Mühe mit den Liedern. Wie wohltuend ist da die Zusage der östlichen Meister, die mir in der Taufe zugesprochen wurde: „Ich bin göttlich.“ Pater Painadath, dem der Dialog zwischen Hinduismus und Christentum am Herzen liegt, verstand es, Parallelen aufzuzeigen zu Texten der frühen Kirchenväter. So habe ich die mystische und aufrichtende Dimension meines christlichen Glaubens dankbar neu wahrgenommen.
Die Arbeit des Kopfes war eingefügt in das Atmen des Leibes und der Seele: mit dem Sonnengebet am frühen Morgen haben wir den Tag begonnen, mit der Feier der Eucharistie haben wir ihn beendet. Dazwischen gab es weitere Meditationseinheiten, bei denen das stille Sitzen auf dem Meditationshocker oder einem Stuhl mir nicht nur ein Vergnügen war. Mancher Muskel wehrte sich gegen die angesagte Haltung. Dankbar habe ich aber erlebt – gerade auch in der Erinnerung an eine schwere Erkrankung: „Gottes Atem atmet in mir.“ Die Kursüberschrift wurde zur Erfahrung.
Seit einiger Zeit beschäftigt mich die Situation indischer Ordensleute in Deutschland. Für diesen Dialog gab es dann neben der Begegnung mit den Upanishaden und mit mir selbst einen weiteren Impuls. Die östliche Mystik und der Hinduismus sind die Erfahrungswelt der Frauen und Männer dort. missio hat mir geholfen, sie ein wenig besser zu verstehen.
<cite>Marie-Luise Langwald</cite>


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