Ausgedruckt am:  20.05.13

„Nicht von uns beauftragt!“

Sie sind aus vielen Gründen heiß begehrt und hoch willkommen: Spenden. Längst hat sich ein regelrechter „Spenden“-Markt entwickelt, auf dem immer mehr Anbieter ihre guten Werke preisen. Die Konkurrenz ist groß. Umso mehr, da erkennbar immer weniger Privatleute spenden. Zumindest in Deutschland ist das so. Im Jahre 2009, in der Zeit der Wirtschafts- und Finanzkrise, unterstützten erstmals weniger als 20 Prozent der Gesamtbevölkerung eine gemeinnützige Organisation. Knapp 2,1 Milliarden Euro an Privatspenden kamen zwar noch zusammen, doch damit lag das Spendenaufkommen um drei Prozent oder 65 Millionen Euro niedriger als im Vorjahr.

Ein kleinerer Spenden-Kuchen bei einer wachsenden Zahl von Werken, die um Hilfe bitten. Es liegt nahe, auf was es da ankommt: auf Vertrauen. Vertrauen aber gewinnt und besitzt, wer einen guten Ruf  hat. Damit lassen sich mögliche Spender motivieren. Nun: 

Einen überragend guten Ruf haben Mutter Teresa und ihre Missionarinnen der Nächstenliebe. Damit könnten sie um Spenden werben. Aber ganz bewusst verzichten sie auf jeden Spendenaufruf.

Stimmt das überhaupt? Wird nicht immer wieder mit Namen, Bildern, Schriften und der blauen Borde des Ordensgewandes um Spenden gebeten? Genau das passiert. Organisationen und Einzelpersonen werben mit dem Namen der Ordensgründerin Mutter Teresa um Spenden für sich. Dabei haben sie die Ordensgemeinschaft der Missionarinnen über ihre Pläne und ihre Aufrufe nicht informiert – und sie erst recht nicht mit ihnen abgesprochen.

Deshalb wenden sich die Mutter-Teresa-Schwestern an die Öffentlichkeit: „Obwohl wir die guten Absichten derjenigen anerkennen, die derartige Spendenaktivitäten beabsichtigen und dadurch meinen, Mutter Teresas Namen in Ehren zu halten, möchten wir dennoch klarstellen, dass wir niemanden zu solchem Handeln beauftragen und dass schon Mutter Teresa zu ihrer Lebzeit Leute gebeten hat, davon Abstand zu nehmen.“

Die Mitteilung der Mutter-Teresa-Schwestern ist deutlich. Ebenso die Begründung, warum sie nicht um Spenden werben: Die Abhängigkeit von der Göttlichen Vorsehung war für Mutter Teresa Ausdruck ihres Vertrauens in Gott und ist auch heute ein Merkmal der Ordensgemeinschaft. „Deshalb machen wir keine Spendenaufrufe und gestatten auch Dritten nicht, dies im Namen von Mutter Teresa oder der Missionarinnen der Nächs­tenliebe zu tun.“

Nur die Missionarinnen der Nächstenliebe dürfen die offizielle Ordensbezeichnung „Missionaries of Charity (in Deutschland e. V.) benutzen.

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